Altersvorsorge

Grundrente 2021 wird ausgezahlt – Bis zu 418 Euro mehr im Monat

Die Rentenversicherung prüft aktuell Ansprüche auf Grundrente. Auch erste Zuschläge werden 2021 ausgezahlt. Dafür müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Kassel/Berlin – Seit Januar 2021 gibt es in Deutschland die Grundrente. Mehr als ein halbes Jahr später haben die ersten Rentner und Rentnerinnen den Aufschlag ausbezahlt bekommen. Zunächst wurden Bescheide an Menschen versendet, die jetzt in Rente gehen. Diese erfuhren demnach zuerst, ob sie Grundrente bekommen und in welcher Höhe.

Ausgezahlt wird die Rente dann jedoch mit der regulären Rente, entweder rückwirkend zum 1. Januar 2021 oder zum Rentenbeginn. Die Bescheide werden seit Juli versandt.

Grundrenten 2021: Auszahlung ab Juli – Millionen Renten werden geprüft

Im Anschluss prüft die Deutsche Rentenversicherung nun den Anspruch von Menschen, die schon in Rente sind. Zunächst wird bis Ende Dezember 2021 der Anspruch von Menschen mit Grundsicherung, Wohngeld oder anderen Fürsorgeleistungen geprüft, informiert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Zudem wird der Anspruch auf Grundrente von Menschen geprüft, die bereits vor 1992 Rente bezogen haben.

Bis zum vierten Quartal 2022 folgt dann die Prüfung von Millionen weiteren Renten – insgesamt wird der Anspruch von 26 Millionen Rentnern geprüft. Die Bearbeitung der einzelnen Fälle könne bis Ende 2022 dauern, sagte ein Sprecher der Rentenversicherung der dpa. Etwa fünf Prozent der Rentnerinnen und Rentner werden voraussichtlich Grundrente erhalten.

Grundrente 2021: Wer Anspruch auf den Renten-Zuschlag hat

Wer hat Anspruch auf die Grundrente? Der Aufschlag ist für Menschen gedacht, die lange Jahre gearbeitet und dabei unterdurchschnittlich verdient haben. Grundrente bekommt nur, wer mindestens 33 Jahre Beiträge gezahlt hat. Erst ab 35 Jahren gibt es den vollen Zuschlag. Folgende Zeiten zählen zu den Grundrentenzeiten:

  • Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit
  • Zeiten für Kindererziehung oder Pflege
  • Beziehung von Kranken-, Übergangs- oder Kurzarbeitergeld

Die Grundrente richtet sich an Geringverdiener, aber die Beitragsleistung muss mindestens 30 Prozent des Durchschnittsverdienstes entsprochen haben. Im Jahr 2021 beträgt der monatliche Durchschnittsverdienst rund 3.462 Euro. Somit müsste der monatliche Bruttoverdienst im Jahre 2021 gerundet bei mindestens 1.039 Euro liegen.

Da die Grundrente nur bedarfsorientiert geleistet werden soll, wird das eigene Einkommen und auch das Einkommen des Ehegatten oder Partners einer eingetragenen Lebenspartnerschaft angerechnet. Für den vollen Aufschlag darf das Monatseinkommen als Rentner bei maximal 1250 Euro (Alleinstehende) oder 1950 Euro (Eheleuten oder Lebenspartnern) liegen. Geprüft werden das zu versteuernde Einkommen, der steuerfreie Teil der Rente sowie Kapitalerträge.

SozialversicherungDeutsche Rentenversicherung
Versicherte56,7 Millionen (Stand: 31.12.2019)
Rentner und Rentnerinnen 21,2 Millionen (Stand: 01.07.2020)
Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Bis zu 418 Euro mehr im Monat durch Grundrente: So profitieren Rentner

Was muss man tun, um Grundrente zu bekommen? Selbst tätig werden müssen Rentnerinnen und Rentner nicht. „Die Deutsche Rentenversicherung ermittelt automatisch, ob die Voraussetzungen für die Zahlung des Zuschlags erfüllt sind“, so ein Sprecher der Rentenversicherung. Ein Antrag muss demnach nicht gestellt werden.

Die Grundrente soll die Rente von Menschen, die unterdurchschnittlich verdient haben, aufbessern.

Wie hoch ist der Aufschlag? Der höchstmögliche Zuschlag beträgt aktuell etwa 418 Euro. Im Schnitt soll die Grundrente nach Schätzungen der Regierung 75 Euro betragen. Aber ob die Prognose zutrifft, ist noch offen. Grundlage für die Berechnung des Zuschlags sind die Entgeltpunkte (EP), die aufgrund der Beiträge während des gesamten Versicherungslebens aus den sogenannten Grundrentenbewertungszeiten erworben wurden, informiert das BMAS. Aktuell geht das Bundesministerium für Arbeit und Soziales davon aus, dass etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland vom Grundrentenzuschlag profitieren werden.

Wer neu in Rente geht, sieht auf seinem Rentenbescheid, ob er Grundrente erhält. Wer schon Rente bekommt, erhält nur einen Grundrenten-Bescheid, wenn ein Anspruch auf den Zuschlag besteht. Die Millionen Rentnerinnen und Rentnern, die gar keine Grundrente bekommen, werden darüber auch nicht gesondert informiert. Ein Anspruch auf Prüfung des Grundrentenzuschlags besteht frühestens ab dem 1. Januar 2023, informiert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Im Rechtsstreit um die Doppelbesteuerung von Renten* hat der Bundesgerichtshof ein weitreichendes Urteil gefällt. Dies könnte Millionen Senioren betreffen. (Sarah Neumeyer mit Material von dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sven Simon / Frank Hoermann/Imago

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