Gute Aussichten

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Gemeinsames Projekt: Um die Ausbildung von Anton Sprangel (Dritter von links) kümmern sich Volker Budde (links, Tutor bei der Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleistungsmanagement), sein Ausbilder im Lager, Wolfgang Wagner, und Geschäftsführer der Weinhandlung Bremer, Philipp Bremer.

Die Weinhandlung Bremer und die Firma Fleischwaren-Wulff, beide in Göttingen ansässig, haben sich für Kandidaten des Projekts Proper Plus entschieden.

Mit 20 Mitarbeitern ist die Weinhandlung Bremer ein kleines, traditionsreiches Familienunternehmen in der siebten Generation. Aus einem Vollsortiment an Wein und Spirituosen beliefert sie Einzelkunden, Gastronomie und Veranstalter. Ihr Lager steht in Göttingen-Holtensen. Hier gehen Ware und Bestellungen ein und Lieferungen aus. Ein dreiviertel Jahr hat Philipp Bremer, Geschäftsführer der Weinhandlung, eine Stelle für einen Fachlageristen erfolglos ausgeschrieben. Vereinzelte Bewerber gab es, doch geeignet war keiner von ihnen.

Neuanfang für jungen Vater

Volker Budde, Tutor bei der Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleistungsmanagement (gpdm), hat über Proper plus Anton Sprangel nach Holtensen ins Weinlager vermittelt. Nach Hauptschulabschluss, zwei Berufsschuljahren und einigen Monaten bei der Bundeswehr war Sprangel auf der Suche nach einer geeigneten Ausbildung. Im November 2011 hat der 19-jährige im Familienunternehmen Bremer sein Projekt begonnen. Auch privat stehen bei ihm alle Zeichen auf Neuanfang, denn er ist im Januar Vater geworden. In der familienfreundlichen Umgebung der Weinhandlung hat er viel Verständnis für seine jungen Vaterpflichten bekommen. Unter dem Beruf des Fachlageristen konnte er sich zuvor nichts vorstellen. Jetzt nimmt er eingehende Ware an, verstaut sie im Lager, stellt nach Bestellscheinen Kundenbestellungen zusammen und verpackt sie. Philipp Bremer findet, dass sich Sprangel sehr gut eingearbeitet hat und seine Aufgaben gewissenhaft erledigt. In der Weinhandlung lernt er außerdem eine Menge über Weine. Bald wird er auch die Ware bei den langjährigen Kunden abliefern und in deren Lager einsortieren.

Fleischwaren-Wulff hat gleich vier Bewerber über Proper plus bekommen. Alle sind schon lange auf der Suche nach einem geeigneten Beruf. Die meisten haben viele Praktika, angefangene Ausbildungen, Berufsschuljahre und verschiedene Förderungen hinter sich.

Bei Fleischwaren-Wulff gelten sie als besonders engagierte Mitarbeiter – werden von allen gemocht. Wenn die Firma Wulff auf Veranstaltungen oder Messen mit Ständen für Kunden wirbt, helfen sie sogar im Verkauf. Unterhält man sich mit ihnen über ihren Werdegang, kann man eigentlich gar nicht glauben, dass sie keine Arbeitsstelle gefunden haben, so aufgeschlossen und freundlich, wie sie sind. „Alle unsere Teilnehmer haben einen kleinen Knick, eine Ungereimtheit in ihrem Lebenslauf. Es können die Noten, Schicksalsschläge oder die Kenntnisse der deutschen Sprache sein, die sie bei den Personalverantwortlichen durchs Raster fallen lassen. Sie werden gar nicht erst zum Gespräch eingeladen,“ erklärt Volker Budde vom gpdm das Problem seiner Schützlinge. Manche seien auch „Maßnahmen-müde“, blieb doch jeweils der Erfolg aus. „Bei uns sollen sie so schnell wie möglich in eine normale Ausbildung gebracht werden“. Der Erfolg gibt ihm recht.

Übernahmechancen stehen sehr gut

Die vier Teilnehmer bei Wulff zum Beispiel haben ihren ersten Unterrichtsblock zum Thema Wareneingang alle mit sehr guten Bewertungen abgeschlossen. Dass sie bei einem mittelständischen Unternehmen gelandet sind, macht ihre Arbeit sogar interessanter, weil sie nach Bedarf auch in anderen Bereichen eingesetzt werden. „Wir machen aus diesen jungen Männern vielseitige Allrounder“, sagt ihr Chef, Christoph Hoffmeister, Geschäftsleiter der Großmetzgerei. Deshalb wird er auch alle vier nach Abschluss des Projektes in die Regelausbildung übernehmen.

Von Juliane Hofmann

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