Börse in Frankfurt

Nordkoreas Atomtest beeindruckt Dax-Anleger kaum

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Im Schriftzug "DAX" spiegelt sich die große Anzeigetafel mit dem bis dahin erreichten Kursverlauf im Handelssaal der Börse in Frankfurt am Main.

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Montag wenig beeindruckt auf den neuen Atomtest Nordkoreas reagiert. Ungeachtet der Nervosität trete ein gewisser Gewöhnungseffekt ein, schrieb Analyst David Madden von CMC Markets UK.

Dies zeige sich daran, dass die Verluste geringer als in der vergangenen Woche seien. Umgekehrt halte sich der Preisauftrieb bei als sicher geltenden Anlagen wie Yen, Schweizer Franken und Gold in Grenzen, ergänzten die Experten von Capital Economics.

Der Leitindex Dax machte seine anfänglichen Verluste von bis zu 0,76 Prozent zum großen Teil wett: Er stand zum Handelsschluss noch 0,33 Prozent im Minus bei 12 102,21 Punkten. Auch der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen reduzierte am Montag seine Verluste und verabschiedete sich 0,46 Prozent tiefer bei 24 711,97 Punkten aus dem Handel. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor letztlich 0,61 Prozent auf 2296,95 Zähler.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,38 Prozent auf 3430,72 Punkte nach unten. Die nationalen Indizes in Paris und London gaben ähnlich moderat nach. An der Wall Street, die den hiesigen Märkten am Nachmittag sonst häufig die Richtung vorgibt, fand zu Wochenbeginn feiertagsbedingt kein Handel statt.

Kims Wasserstoffbombe und die Folgen

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ließ nach offiziellen Angaben am Wochenende eine Wasserstoffbombe testen, die ein Vielfaches stärker ist als herkömmliche atomare Sprengsätze. Der neuerliche Test sei jedoch letztlich wenig überraschend gekommen, schrieb Marktexperte Jens Klatt. In der vergangenen Woche hatten gestiegene geopolitische Spannungen nach einem Raketentest Nordkoreas noch deutlichere Spuren an den Märkten hinterlassen.

Unter den Einzelwerten stemmten sich die Aktien des kürzlich übernommenen Pharmakonzerns Stada gegen den negativen Markttrend: Sie gewannen an der MDax-Spitze 2,20 Prozent. Die Aussicht auf ein lukratives Abfindungsangebot der neuen Eigner Bain Capital und Cinven an die verbliebenen Minderheitsaktionäre trieb die Papiere an.

Dahinter verteuerten sich die Titel von Lanxess um 1,20 Prozent. Einige Marktteilnehmer schienen darauf zu setzen, dass der laufende Umbau des Spezialchemiekonzerns "sich bald in einer besseren Ertragskraft widerspiegeln könnte", sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank.

Wenig Bewegung im Markt

Im Dax stabilisierten sich die jüngst schwer gebeutelten Aktien des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 weiter und gewannen 0,43 Prozent. Börsianer verwiesen als Antrieb auf Aktienkäufe des Managements, nachdem die Papiere in der vergangenen Woche wegen eines vorsichtigeren Ausblicks für den deutschen TV-Werbemarkt zeitweise um mehr als 16 Prozent eingebrochen waren.

Ansonsten bewegten Analystenkommentare die Kurse. So sackten die Papiere des Versorgers RWE am Dax-Ende um 1,43 Prozent ab. Die Aktien der RWE-Ökostromtochter Innogy büßten im MDax 2,31 Prozent ein.

Schlusslicht im Index der mittelgroßen Unternehmen war Gerresheimer mit minus 4,42 Prozent nach einer gestrichenen Kaufempfehlung.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 141,89 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,28 Prozent auf 165,05 Punkte. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1919 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1905 (Freitag: 1,1920) Dollar festgesetzt.

dpa

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