Dax und MDax stiegen ordentlich – Schwache Solarwerte bremsten TecDax aus

Gutes Jahr für Anleger

Gut Lachen: Über die Geschäfte im alten Jahr freute sich nicht nur dieser Börsenhändler. Foto: dpa/Archiv

Kassel. Aus Anlegersicht war das Jahr 2010 ein gutes: Der Deutsche Aktienindex (Dax), der die Kursentwicklung der 30 wichtigsten Konzerne im Inland abbildet, legte binnen Jahresfrist um 16 Prozent auf 6914,19 Punkte zu.

Dabei hatten die meisten Börsianer und Analysten dem Leitindex nur ein kleines Plus zugetraut. Im neuen Jahr sehen viele von ihnen den Dax bei über 8000 Punkten, einige sogar bei mehr als 9000 – wenn es keine bösen Überraschungen gibt. Zur Erinnerung: Sein bisheriges Allzeithoch hatte der Dax mit 8106 Punkten im Juli 2007.

Deutlich besser als der Dax schnitt der MDax der 50 mittelgroßen Werte ab. Er gewann fast 35 Prozent auf 10 128,12 Punkte und hat seinen historischen Höchststand von 11 378 Zähler im Sommer 2007 nahezu erreicht.

Anders die Entwicklung beim TecDax. Um gerade einmal vier Prozent auf 850,67 Punkte legte der Technologiewerte-Index zu. Vor allem der massive Abstieg der lange Zeit verwöhnten und überbewerteten deutschen Solartechnikwerte verhinderte einen höheren Gewinn. Größte Gewinner und Verlierer im Dax: Zu den größten Gewinnern gehört neben den Autobauern, die in der Krise besonders verloren hatten und sich dann erstaunlich schnell erholten, der Chip-Hersteller Infineon. Dessen Kurs legte von niedrigem Niveau um 79 Prozent auf 6,96 Euro zu. Übertroffen wurde der Titel lediglich von Volkswagen mit einem Plus von 86 Prozent auf 121,40 Euro und BMW mit einem Zugewinn von 85 Prozent auf 58,85 Euro. Die Verliererliste führten die Energieriesen RWE (-27 %) und Eon (-21 %) sowie die Deutsche Bank (-21 %) an. Größte Gewinner und Verlierer im MDax: Die Ausschläge im MDax waren weit größer. So konnte die TV-Sender-Familie ProSiebenSat1 in Erwartung deutlich besserer Werbe-Einnahmen ihren Wert auf 22,50 Euro nahezu verdreifachen. Dreistellig legten auch Textilkonzern Hugo Boss (+135 %) und Autozulieferer Leoni (+102 %) zu. Größte Verlierer waren Druckmaschinen-Hersteller Heidelberger Druck (-33 %), Bezahlsender Sky (-25 %) und Stahlkocher Salzgitter (-16 %). Größte Gewinner und Verlierer im TecDax: Den Vogel unter den TecDax-Werten schoss der Spezialist für Datenübertragungen per Glasfaser, Adva, mit einem Kursplus von 144 Prozent auf 5,86 Euro ab. Dreistellig hinzugewinnen konnten auch Elektronik-Produzent Dialog Semiconductor (+124 %) und Medizintechnik-Hersteller Drägerwerk (+105 %). Auf der Verliererseite dominierten die Solarwerte Q-Cells (-78 %), Roth & Rau (-59 %) und Solarworld (-51 %). Regionale Werte: Mit Ausnahme des Solartechnik-Herstellers SMA in Niestetal, der binnen Jahresfrist 25 Prozent auf 69,50 Euro verlor, legten alle regionalen und in der Region aktiven Börsenwerte zu. Sartorius: +86 % auf 28,20 Euro, Conti: +57 % auf 59,14 Euro, K+S: +41 % auf 56,36 Euro, Rheinmet.: +34 % auf 60,17 Euro, KWS: +22 % auf 145,35 Euro.

Von José Pinto

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