Traditionsunternehmen besteht seit 225 Jahren und ist einer der ältesen Industriebetriebe in der Region

Habich’s bringt Farbe ins Leben

Firmengründer: Georg Evert Habich

Veckerhagen. Sie machen das Leben bunter: Die Farben des Traditionsherstellers Habich‘s Söhne GmbH & CoKG in Veckerhagen (Kreis Kassel) lassen Wände und Fassaden in hellen Farben erstrahlen, Kunststoffverpackungen, Verschlussdeckel und -kappen glänzen und Autoteile im richtigen Licht erscheinen.

Das Familienunternehmen besteht in diesem Jahr seit 225 Jahren und ist damit eines der ältesten Industriebetriebe in der Region. Seit 219 Jahren befindet sich Habich´s Söhne in Familienhand – mittlerweile in der achten Generation.

1785 übernahm der Kasseler Apotheker Karl Wilhelm Fiedler die bis dahin „Landgräflich-Hessische“ Salpetersiederei am Wesertor. Jenes Jahr gilt als Geburtsstunde des heutigen Farbenspezialisten. Habich ist damit älter als die beiden deutschen Chemieriesen Bayer und BASF, die 1863 beziehungsweise 1865 gegründet wurden.

1791 übernahm Kaufmann Georg Evert Habich den seinerzeit maroden Betrieb und begann mit der Produktion von Farben. Recht bald war Habich für sein besonders leuchtendes Grün, Gelb und Blau bekannt. 1810 erwarb Habich das Barockschloss in Veckerhagen und und richtete dort nach und nach den Hauptbetrieb ein.

Wenig später übernahmen die Brüder August Heinrich, Christian Evert und Johann Martin das Geschäft vom Vater, zu dem auch Betriebe in Kassel gehörten. 1834 begann Habich mit dem Abbau von Kohle im Reinhardswald, um daraus das bekannte „Casseler Braun“ und die so genannte „Nussbeize“ zu produzieren.

Das Unternehmen erlebte Höhen und Tiefen, überstand Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise in den 1920er-Jahren. Im Zweiten Weltkrieg kam die Produktion fast zum Erliegen. Der Rüstungsproduzent Junkers richtete sich mit einer Produktion auf dem Firmengelände ein, über die Habich nach eigenen Angaben keine Verfügungsgewalt hatte. Nach dem Krieg rappelte sich der Betrieb vor allem mit der Lieferung großer Mengen Olive für die US-Truppen auf.

Heute gibt sich Geschäftsführerin Carola Kersten zuversichtlich, dass ihr Unternehmen auch den 250. Geburtstag am Stammsitz erleben wird. „Diese Welt wird immer bunt sein, und wir färben alles ein, was die Kunden wünschen“, sagt die Unternehmerin. Die 61-Jährige führt gemeinsam mit ihren beiden Söhnen Stefan und Martin die Geschäfte.

Heute beliefer Habich Kunden in Deutschland, Europa und Übersee mit Farben, Pasten, Pulvern und Granulaten. Die Spezialität sind Farben zum Einfärben von Kunststoffteilen. Dabei ist entscheidend, welches Material eingefärbt und wofür es verwendet wird. Habich stimmt seine Produkte individuell ab, so dass sie optimal in den jeweiligen Fertigungsprozess passen. „Dabei ist wichtig, Trends schnell zu erkennen und in neuen Produkten umzusetzen“, sagt Stefan Kersten.

† Gefeiert wird am kommenden Sonntag mit einem Tag der offenen Tür in der Burgstrasse 3, Reinhardshagen-Veckerhagen.

Von Antje Thon und José Pinto

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