Handel bereitet nach Durchbruch in Tarifrunde Schlussverkauf vor

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Die Tarifparteien habe sich geeinigt - gerade noch vor dem Start der sommerlichen Rabattschlacht. Foto: Soeren Stache

Baden-Württemberg hat vorgelegt: In den bundesweiten Tarifgesprächen im Einzelhandel haben sich als erstes die Partner im Südwesten geeinigt - gerade noch vor dem Start der sommerlichen Rabattschlacht.

Korntal-Münchingen/Stuttgart (dpa) - Pünktlich zu den Rabattaktionen im Sommer haben sich die Tarifparteien im Südwest-Einzelhandel geeinigt.

"Der Abschluss war hart umkämpft und stellt zugleich die Grenze des Machbaren für die Handelsunternehmen dar", sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Philip Merten. Am Vorabend war in Baden-Württemberg die bundesweit erste Einigung in der aktuellen Tarifrunde geglückt. In ganz Deutschland laufen derzeit Gespräche. In Hessen sollte am Freitag wieder verhandelt werden, danach geht es am 15. Juli in Mecklenburg-Vorpommern weiter.

Die Arbeitgeber im Südwesten hatten ihr Angebot deutlich nachgebessert. Nun bekommen die Beschäftigten im Einzelhandel rückwirkend zum 1. Juli 2,5 Prozent mehr Lohn. Ab 1. April 2016 soll es noch einmal zwei Prozent mehr geben. Außerdem wird die Vergütung der Auszubildenden angepasst.

Ein Verdi-Sprecher sprach von einem "tragfähigen Kompromiss". Die Geschäftsführerin des Einzelhandelsverbands im Südwesten, Sabine Hagmann, betonte: "Ich denke, mehr konnte Verdi uns nicht entgegenkommen." Im baden-württembergischen Einzelhandel arbeiten rund 490 000 Menschen - darunter fallen allerdings auch Nicht-Tarifbeschäftigte.

Insbesondere Modehändler dürften ihre Hoffnung nun auf die schon laufenden Sommer-Rabattaktionen setzen. Viele Händler geben bereits bis zu 50 Prozent Nachlass, obwohl die traditionelle Lagerräumung erst Ende Juli beginnt. Angesichts des schwachen Halbjahrs versuchen viele Händler, das Sommerwetter auszunutzen.

Während der Hitzewelle am vergangenen Wochenende seien die Läden zwar vergleichsweise leer geblieben, sagte der Vizepräsident des Einzelhandelsverbands HDE, Horst Lenk. Die moderaten sommerlichen Temperaturen, die sich inzwischen eingestellt haben, animierten aber zum Einkauf.

Dass die Warnstreiks diesmal nicht in die Rabattsaison reichen wie bei der Tarifrunde vor zwei Jahren, dürfte die Händler hoffen lassen. Die Margen im Handel sind dünn, der Wettbewerb durch Online-Konkurrenz verschärft. Die Branche rechnet nach der Prognose des Handelsverbands in diesem Jahr mit einem schmalen Plus von 1,5 Prozent - ähnlich fiel das Wachstum in den vergangenen Jahren aus.

Verhandlungsrunden bundesweit

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