Hunderte Stellen wackeln: Handelsriesen Media Markt und Saturn müssen kräftig sparen

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Filialen sollen vorerst erhalten bleiben: Das sagte Konzernchef Jörn Werner zum Sparprogramm, welches gestern vorgestellt wurde. Unser Bild zeigt eine Media Markt-Filiale in München.

Mit Werbeslogans wie „Geiz ist geil“ und „Wir können nur billig“ haben Media Markt und Saturn jahrelang den Elektronikhandel dominiert. Jetzt wird bei den Handelsriesen selbst der Rotstift angesetzt.

Hunderte Stellen in der Verwaltung sollen abgebaut werden, wie der Media-Saturn-Chef Ferran Reverter gestern ankündigte.

Der Elektronikhändler Ceconomy mit seinen bekannten Töchtern Media Markt und Saturn steckt in der Krise. Der Handelsriese kämpft wegen der Online-Konkurrenz mit sinkenden Umsätzen und wegbrechenden Gewinnen. Der Aktienkurs ist seit der Trennung vom einstigen Mutterkonzern Metro im Sommer 2017 stark gefallen.

Doch nun will eine neue Führungsspitze um den seit März amtierenden Ceconomy-Chef Jörn Werner und den Media-Saturn-Chef Reverter den Konzern mit harter Hand wieder auf Erfolgskurs bringen. „Unsere Strukturen sind zu komplex. Viele Prozesse sind zu ineffizient, und es gibt zu viele unklare Verantwortlichkeiten“, beschrieb Werner die Probleme aus seiner Sicht. Die Verwaltung sei überdimensioniert.

Ein Stellenabbau soll nun Abhilfe schaffen. Der Ceconomy-Chef will die Verwaltungskosten des Konzerns in Deutschland um rund 20 Prozent reduzieren. Das entspricht immerhin Einsparungen von 110 bis 130 Millionen Euro im Jahr. Eine „mittlere dreistellige Zahl von Stellen“ werde dafür wohl am Ende wegfallen, sagte Reverter. Der größte Teil des Stellenabbaus werde die Media-Saturn-Zentrale in Ingolstadt und die Marketingabteilung in München treffen, heißt es.

Auch anderswo wird der Rotstift angesetzt. So wird die Streaming-Plattform Juke geschlossen werden. Und auch andere kleine Engagements wie die Beteiligung an der Wiederverkaufsplattform Flip4New stehen auf dem Prüfstand. Auch das Management wird nicht verschont: Die Ceconomy-Spitze wird verkleinert und vom 1. Juni an aus nur noch zwei Vorständen bestehen.

Die Kunden sollen allerdings erst einmal möglichst wenig von all dem merken. Beide Marken – Media Markt und Saturn – sollen erhalten bleiben, sagte Werner. Hinter den Kulissen soll aber in Zukunft enger zusammengearbeitet werden. Auch Filialschließungen sind zunächst nicht vorgesehen. In der Region gibt es Filialen in Kassel (Media Markt und Saturn), Baunatal (Saturn) und Göttingen (Media Markt und Saturn).

Bis zum Jahresende will die neue Konzernführung außerdem die strategische Ausrichtung des Elektronikhändlers überarbeiten. „Wir haben unser Potenzial bislang noch nicht vollständig ausgenutzt“, sagte Werner. Der Markt habe großes Potenzial weit über das bloße Verkaufen von Elektronik hinaus. Immer mehr Kunden benötigten Hilfe bei dem Umgang mit Technik auch zuhause.

Media Markt und Saturn hätten sich in der Vergangenheit viel zu sehr darauf konzentriert, ein möglichst großes Sortiment zum günstigsten Preis anzubieten, dabei aber das Einkaufserlebnis und den Service vernachlässigt. Ceconomy beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben gut 27.000 Mitarbeiter. 

dpa

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