Akte und Märchenmotive

Wo die Wurzeln des Steinmetzes und Bildhauers Lutz Lesch liegen, erschließt sich dem Betrachter schnell: In der Schwalm, der Heimat des Rotkäppchens. Zahlreiche seiner Bronzeplastiken, die derzeit in der Kasseler Galerie Handwerksform zu sehen sind, beziehen sich auf Märchen der Brüder Grimm.

Daneben liegt ein weiterer Schwerpunkt seines Schaffens auf weiblichen Akten.

Rund 60 Exponate zeugen davon, dass Lesch mit einer Vielzahl von Materialien umzugehen weiß. Neben den Kleinplastiken von Rotkäppchen und dem Wolf – dem sieben Miniaturgeißlein aus dem Bauch springen – von den Bremer Stadtmusikanten und der goldenen Gans hat Lesch auch Skulpturen aus Holz und Marmor sowie großformatige Bleistift- und Tuschezeichnungen angefertigt.

In den Bildern vermischen sich menschliche Körper mit denen von Dämonen, der Mensch scheint vom Teufel besessen. Auffälligste Ausstellungsstücke sind vier Holzskulpturen in Lebensgröße, die eine Familie zeigen.

Starre Gesichter

Auch hier spielt Lesch mit dämonischen Assoziationen: Feine Details wie der Saum am Pullover der Frau, die Fingernägel oder die ausgebeulten Hosen der Kinder sind herausgearbeitet. Doch die Gesichter der Menschen bleiben durch nach unten gezogene Mundwinkel und fehlende Augäpfel kalt und leblos. Auch unter seinen weiblichen Akten finden sich Stücke, bei denen die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen: So sitzt bei einer der Kleinskulpturen ein nackter Frauenkörper auf dem Hinterleib eines sich aufbäumenden Pferdes. Gleichzeitig finden sich aber auch sakrale Motive wie eine Muttergottes mit dem Jesuskind unter den Werken.  

Die Ausstellung läuft noch bis zum 4. März in der Galerie Handwerksform, Scheidemannplatz 2; Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr; freitags von 9 bis 15.30 Uhr. (Sonja Broy)

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