Arbeit macht ihnen Spaß

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Sie wissen, wie es geht: Auch das Ausbeinen einer Rinderkeule mussten die Teilnehmer des Wettbewerbs zeigen. Juror Georg Meissner (von rechts) schaute Marvin Monska und Johannes Krämer genau auf die Finger.

Höchste Konzentration herrschte am Dienstag in der Hofgeismarer Metzgerei Köhler: Sechs frisch gebackene Gesellen traten dort beim Landesleistungswettbewerb der hessischen Fleischerjugend gegeneinander an, zeigten, was sie in ihrer dreijährigen Ausbildungszeit gelernt hatten.

Aus fast 20 Innungen besteht der hessische Fleischer-Verband. „Normalerweise sollte an diesem Wettbewerb aus jeder Innung ein Geselle teilnehmen, und zwar jeweils derjenige, der dieses Jahr seine Gesellenprüfung am besten abgeschlossen hat“, erklärte Georg Meissner, der als Prüfer den jungen Fleischern auf die Finger schaute. Doch da die Teilnahme freiwillig sei und nicht jeder den Ehrgeiz hätte, hier gegen andere anzutreten, käme die eher geringe Beteiligung zustande.

Acht Aufgaben mussten die sechs Wettbewerber an zwei Tagen bewältigen. Während am ersten Tag vor allem handwerkliches Können gefragt war, stand am darauf folgenden Prüfungstag Kreativität im Mittelpunkt. „Heute müssen die Gesellen erst mal ein Roastbeef und ein Filet zerlegen und anschließend eine Rinderkeule ausbeinen“, erläuterte Juror Meissner. Dass die jungen Männer etwas von ihrem Beruf verstehen, Fleisch wirklich lieben, war auf den ersten Blick klar. Mit großer Sorgfalt wurde jedes Stück bearbeitet, vorsichtig, aber dennoch flink von Sehnen, Knorpel oder Fett befreit.

„Besonders wichtig ist es, wirtschaftlich zu arbeiten, also nichts zu verschwenden“, sagte Marvin Monska, der in der Metzgerei Köhler seine Ausbildung gemacht hat, dort immer noch arbeitet und für die Fleischer-Innung Hofgeismar-Wolfhagen ins Rennen ging. Besonders aufgeregt sei er nicht, denn sie hätten einen Vorbereitungstag gehabt und jeder von ihnen sei zuvor über die Aufgabenstellung informiert worden.

Schon zum zweiten Mal stellte Uwe Köhler für den Wettbewerb nicht nur seine Räume, sondern auch das zu bearbeitende Fleisch zur Verfügung: „Ich mache das sehr gerne und freue mich, dass auch ein Lehrling aus unserem Betrieb an der Veranstaltung teilnimmt“.

Nachdem es am ersten Tag eher blutig zuging, drehte sich am zweiten Tag in der Kasseler Knipping-Schule alles um die Zubereitung von Speisen: Da sollten die Prüflinge etwa eine Pastete im Teig herstellen und ein Menü mit einer Schweinelende kochen. Parallel zu den Fleischergesellen traten auch zehn Fleischerei-Fachverkäuferinnen bei dem Landesleistungswettbewerb gegeneinander an. Sie wurden an der Kasseler Schule ebenfalls in verschiedenen Disziplinen geprüft.

Der Sieger des hessischen Wettbewerbes wird künftig auf Bundesebene gegen andere Fleischergesellen antreten. (zta)

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