Arbeitslose auf dem Prüfstand

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Befürwortet die Praktika: Erich Horbrügger

Langzeitarbeitslose können ab sofort Praktika bei Handwerksbetrieben machen. Die Arbeitsförderungen (AFK) in Stadt und Kreis sowie die Kreishandwerkerschaft haben ein entsprechendes Angebot gestartet. Ziel sei herauszufinden, ob ein Arbeitsloser für ein Handwerk geeignet ist.

Die Betriebe soll dies nichts kosten. Zudem versprechen die Arbeitsvermittler einfache, schnelle und unbürokratische Abwicklung. Die AFKs und die Kreishandwerkerschaft bitten die Betriebe, Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen.

Praktika für Arbeitslose gibt es bereits. Allerdings lagen sie in der Eigenverantwortung der Betroffenen. Neu ist, dass sich nun die Arbeitsvermittler darum kümmern. „Es geht dabei um die Frage, ob ein Arbeitsloser vermittlungsfähig ist“, sagt Burkhard Walter, Leiter des Arbeitgeberservice in der Stadt-AFK.

Die Praktika dauerten maximal vier Wochen. Ziel sei nicht, die Arbeitslosen direkt in Jobs zu vermitteln. „Wenn aber ein Betrieb jemanden einstellen will, umso besser“, sagt Walter.

Der Ablauf: Der Handwerker wendet sich an einen von zwei Ansprechpartnern. Dort könne ihm innerhalb von Minuten ein Kandidat präsentiert werden. Eine Vorauswahl unter den Langzeitarbeitslosen sei getroffen. Bei Bedarf könnten die Arbeitsförderungen bis zu 500 Personen vermitteln.

Die Kandidaten seien fachlich und persönlich vorbereitet, wollten aus eigenem Antrieb das Praktikum. Ob das für eine Arbeit im Handwerk reicht, zeige dann die Arbeit im Unternehmen: Dabei werde ein Ungelernter im Friseurhandwerk beispielsweise keine Haare schneiden, aber er könne Telefondienst machen und fegen.

Der Kreishandwerksmeister Bernd Peter Doose und Geschäftsführer Erich Horbrügger raten den Betrieben, Praktika anzubieten: Das Handwerk helfe so, qualifizierte Arbeitskräfte zu schaffen – ohne großen Aufwand. Denn Weiterbildungen nach dem Praktikum übernimmt die Arbeitsförderung.

Ängste der Betriebe abbauen

Dabei geht es laut Doose auch darum, die Ängste der Betriebe vor Neueinstellungen abzubauen und beispielsweise Aussiedlern die Chance zu geben, sich zu beweisen. Der Aufwand für die Handwerker soll laut AFK gering sein: Es gebe nur einen Ansprechpartner, keinen Berg von Formularen und das Praktikum könne jederzeit abgebrochen werden. (Göran Gehlen)

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