90 Ausbildungsstellen frei - Der Wettbewerb um Nachwuchs im Handwerk wächst

Frank Dittmar

Die Handwerker im Schwalm-Eder-Kreis sind mit der Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt unzufrieden. Auch in diesem Jahr sind immer noch 90 Stellen unbesetzt. Das gelte für fast alle Branchen, sagte der stellvertretende Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Wolfgang Scholz, gegenüber der HNA.

Gemeinsam mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken im Schwalm-Eder-Kreis bietet die Handwerkerschaft ein Online-Portal (www.tooldu.de) an, auf dem unter anderem alle als frei gemeldeten Ausbildungsstellen und Praktikaplätze (derzeit 50) aufgelistet sind. Einstellungstermin ist der 1. August.

Auf dieser Homepage gibt es auch eine Anleitung, wie Jugendliche eine Online-Bewerbung selbst kostenlos erstellen können.

„Die Ausbildungszahlen entwickeln sich schlechter als gedacht. Wir sind damit nicht zufrieden“, sagte Kreishandwerksmeister Frank Dittmar bei einem Treffen der Obermeister. Mit 1104 Auszubildende habe man das Niveau des Vorjahres gehalten, wie bereits im Jahr 2010 seien aber auch 2011 wieder nicht alle freien Lehrstellen besetzt worden.

Unter anderem mache sich der deutliche Rückgang der Schülerzahlen bemerkbar. Der Wettbewerb um den Nachwuchs sei in vollem Gange. „Hier sind die Betriebe gefordert, mehr als bisher für eine gute Ausbildung zu tun und aktiv um junge Menschen zu werben“, sagte Dittmar.

Die Prognose der Handwerksbetriebe für die Konjunktur im Jahr 2012 fällt positiv aus. Es wird mit einem Wachstum von 2 bis 2,5 Prozent gerechnet.

Kunden sanieren Häuser

Besonders gut sei die Nachfrage im Privatkundengeschäft, erklärte Dittmar. Vor allem die Gebäudesanierung zur Einsparung von Energie treibe das Wachstum an. Positiv bleibe auch das Gewerbekundengeschäft. Hier profitierten die Handwerkbetriebe von der insgesamt positiven Gesamtentwicklung.

Etwas anders sehe die Entwicklung bei der Vergabe öffentlicher Aufträge aus. „Mit einem Rückgang nach der Abwicklung der Konjunkturprogramme haben wir gerechnet“, sagte Dittmar.

Neues zur Arbeitsagentur

Uwe Kemper, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur in Korbach, berichtete vor den Obermeistern über die Neuordnung der Agenturen für Arbeit. Ab dem 1. Oktober 2012 werden die Landkreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder von der Agentur in Korbach betreut und nicht wie bisher von Marburg und Kassel. Nach der Neuordnung der Arbeitsagentur würden aber alle Geschäftsstellen erhalten bleiben, erklärte Kemper.

Von Heinz Rohde

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