Auszeichnungen überreicht

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Freisprechung und Aufbruch in die Zukunft: Bis auf den letzten Platz besetzt war die große Halle der Lehrbaustelle in Bebra, als Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker (links) die Anwesenden begrüßte und auf die aktuelle Lage des Handwerks und die guten Berufsaussichten der Jung-Gesellen einging.

Nach Ausbildung und Gesellenprüfung ist die Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg alljährlich das „Tüpfelchen auf dem I“ des ersten Abschnitts des Berufslebens eines jeden in einem Innungsbetrieb ausgebildeten Handwerkers.

Auch diesmal fand sie wieder auf der Lehrbaustelle in Bebra statt. Und auch diesmal hatten sich fast alle von insgesamt 62 jungen Gesellinnen und Gesellen mit Ausbildern, Lehrern, Eltern und Geschwistern auf den Weg gemacht, um von Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker von den Verpflichtungen des Lehrvertrages freigesprochen zu werden und das Zeugnis über die bestandene Gesellenprüfung in Empfang zu nehmen.

Als Ehrengäste konnte der oberste Repräsentant der Kreishandwerks unter anderem den Vizepräsidenten der Handwerkskammer Kassel, Johannes Schwarz, die Erste Beigeordnete des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, Elke Künholz, und den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, Gerhard Heß, begrüßen. „Ihre Anwesenheit dokumentiert Ihr Interesse am Handwerk, einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Region“, unterstrich der in Bebra tätige Obermeister, der dazu ermunterte, die Angebote der Kreishandwerkerschaft zu nutzen und sich rechtzeitig beruflich zu orientieren.

Vielbeachtetes Projekt

Mit berechtigtem Stolz verwies Stöcker auf das von seiner Organisation gemeinsam mit dem Landkreis auf den Weg gebrachte und bundesweit Beachtung findende Projekt „Flüchtlinge und Asylbewerber im Bauhandwerk“, das „ankommenden“ jungen Menschen die Chance biete, eine Berufsausbildung aufzunehmen – und erfolgreich abzuschließen, wie die Freisprechung des aus Eritrea stammenden, bei der Bad Hersfelder Firma Räuber ausgebildeten Meke Weba beweise.

Kopfsache

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In seiner bildgewaltigen und mit viel Beifall bedachten Festansprache beschäftigte sich Stöcker mit dem wichtigsten Werkzeug eines jeden Handwerkers, dem Kopf: „Handwerk ist Kopfsache.“ Zwischen Kopf- und Handarbeit und folglich auch zwischen „Kopfwerkern“ und „Handwerkern“ zu unterscheiden, sei falsch. Schon in der Lehre gehe es immer um Theorie und Praxis, um Hirn und Hand. „Reine Kopfarbeiter haben nicht selten zwei linke Hände, gute Handwerker dagegen können logisch denken und darüber hinaus haben sie logischerweise auch das Handfeste im Griff“, betonte der Biberstädter. „Kopf und Hand – das macht doppelt stark. Machen Sie sich das bewusst – und seien Sie selbstbewusst.“

Als Ratschlag für weiteres berufliches Vorankommen gab Stöcker seinen jungen Kollegen mit auf den Weg: „Entscheiden Sie nichts Hals über Kopf, setzen Sie sich Ziele und geben Sie Ihre Pläne nicht vorschnell auf, wenn Sie nicht gleich alles aus dem Handgelenk schütteln können.“ Im Hinblick auf die immer größer werdende Informationsflut sagte er: „Nutzen Sie Ihre Augen nicht nur zum Betrachten von Bildern, sondern behalten Sie auch im Blick, was um Sie herum vorgeht. Lassen Sie Ihren Kopf nicht verkümmern und verschließen Sie Ihre Augen nicht vor den Problemen anderer. Strecken Sie Ihre Hand nicht nur aus, um zu nehmen – geben Sie auch.“

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Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg

Zusammen mit Handwerkskammer-Vizepräsident Johannes Schwarz zeichnete Stöcker als Jahrgangsbeste mit Innungsgutscheinen aus: den Kraftfahrzeugmechatroniker Timo Schreiber aus Schenklengsfeld, der am allerbesten abgeschnitten hat, den Fleischer Jonas Schaake, den Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik Peter Schaake, den Maurer Philipp Lotz, den Straßenbauer Marian Stabley, die Bäckerin Cornelia Nimbs, den Maler und Lackierer Eduard Stark, den Tiefbaufacharbeiter Fabian Lipphardt und die Friseurin Anna-Lena Deiseroth. Aus der Hand von Vorstandsmitglied Gerhard Heß konnten die Genannten und der Tischler Marius Denk darüber hinaus den mit 250 Euro dotierten Handwerkspreis der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg in Empfang nehmen. (zwa)

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