Auszubildender Kevin Oschmann absolviert eine Ausbildung zum Elektroniker

Er lässt den Strom fließen

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Repariert nicht nur Elektrogeräte, sondern lernt auch die Energieversorgung von Gebäuden effektiv zu planen: Kevin Oschmann aus Oberelsungen ist Auszubildender bei der Wolfhager Firma Haupt.

Ein Praktikum – das war Kevin Oschmanns Eintrittskarte, da sind er und sein Chef Thomas Haupt sich einig. Vor drei Jahren bekam Oschmann so seinen Ausbildungsplatz als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, oder „das was man früher einfach als Elektroniker bezeichnet hat“, sagt Haupt.

Oschmann suchte während er die Hauptschule abschloss erfolglos nach einem Job. Im Zuge einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) wurde er auf den Arbeitsmarkt vorbereitet und absolvierte mehrere Praktika. „Zuerst wollte ich in den Einzelhandel, habe dann aber festgestellt, das ist nichts für mich“, sagt Oschmann.

Die eintönigen Aufgaben haben ihn gelangweilt, er wollte Abwechslung. Die bekommt der 20-Jährige bei seiner jetzigen Ausbildung: „Wir verlegen Kabel, installieren Schalter und Steckdosen, bauen die Verteilungen auf, warten und überprüfen Anlagen und reparieren Elektrogeräte“. Insbesondere letzteres werde im Berufsalltag immer wichtiger, ergänzt Chef Thomas Haupt. Grundsätzlich planen Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik die elektrotechnische Anlagen von Gebäuden sowie deren Energieversorgung und Infrastruktur, erklärt Silke Sennhenn von der Agentur für Arbeit. Oschmann arbeitet auch gerne im Team und freut sich auf die Herausforderungen, die ihn auf jeder neuen Baustelle erwarten und darauf, neue Menschen kennenzulernen.

„Das ist auch wichtig“, erklärt sein Chef Thomas Haupt, in dessen Betrieb momentan drei Auszubildende lernen und der für 2015 wieder einen Auszubildenden sucht. Er legt Wert auf die Teamfähigkeit und das Engagement seiner zukünftigen Auszubildenden. „Gute Noten in Physik und Mathematik sind natürlich wichtig, aber inzwischen auch eher ein Bonus“.

Wie viele Betriebe im Wolfhager Land hat er Probleme, geeignete Auszubildende zu finden (wir berichteten). Den meisten mangele es an Engagement und Zuverlässigkeit, auch machten sich viele falsche Vorstellungen: „Vielen ist nicht klar, dass Elektriker immer noch ein Handwerksberuf ist, da muss man auch mit dem Dreck unter den Fingernägeln leben können“.

Praktikum wird angeraten

Wie seinem Azubi rät Haupt Schülern, in den Sommerferien ein längeres Praktikum zu machen. „Da merkt man, ob die Person zum Betrieb und ins Team passt. Ich erwarte auch nicht, dass die Leute gleich alles können, sondern das sie Interesse und Pflichtbewusstsein zeigen“. So wie Kevin Oschmann, der bei seinem Praktikum überzeugte und sich so seinen Ausbildungsplatz sicherte.

Bei der Firma Haupt ist er dabei eher aus Zufall gelandet: „Ich habe mich damals bei vielen verschiedenen Firmen beworben, aber kaum Rückmeldungen erhalten. Jetzt bin ich aber wirklich glücklich, hier gelandet zu sein“, sagt der Oberelsunger. Er möchte bleiben und hofft, dass er nach dem Abschluss seiner 3,5-jährigen Ausbildung im Januar 2015 übernommen wird. (Michaela Pflug)

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