Konjunkturbericht: Aufschwung im Handwerk setzt sich fort

Im Baugewerbe boomt’s

Das Handwerk bleibt optimistisch: 86,5 Prozent der Handwerksbetriebe der Region bewerten die aktuelle Geschäftslage mit „gut“ oder „befriedigend“ – im Vergleich zum Vorjahr sind das 2,1 Prozentpunkte mehr. Das ist das Ergebnis der Herbstumfrage der Handwerkskammer (HWK) Kassel, die gestern vorgestellt wurde.

„Die verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen sich bei unseren 16 000 Handwerksbetrieben im Kasseler Kammerbezirk nicht bemerkbar“, sagt HWK-Vizepräsident Johannes Schwarz. Überraschend sei zudem, dass die Betriebe angesichts der gesamtwirtschaftlichen Situation und trotz der bevorstehenden kalten Jahreszeit auch optimistisch auf die kommenden drei Monate blicken: 35,7 Prozent erwarten laut Umfrage gute, 49,8 Prozent befriedigende Geschäfte. Der Geschäftsklimaindex erreicht laut Schwarz ein neues Zehn-Jahres-Hoch.

Auch die mehr als 4300 Handwerksbetriebe in Stadt und Landkreis Kassel sind mit der aktuellen Geschäftslage überwiegend zufrieden. Allen voran das Baugewerbe, das von der starken Nachfrage nach „Betongold“ profitiert.

Investition in Immobilien

Thilko Gerke, Obermeister der Bau-Innung Kassel, bestätigt, dass Privatleute wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise vornehmlich in Immobilien investieren: „Die Auftragsbücher waren in diesem Jahr relativ gut gefüllt.“ Auch der Wohnungsbau, der noch vor wenigen Jahren am Boden lag, profitiere davon. Im gesamten Kammerbezirk bezeichnen mehr als 90 Prozent der Befragten im Baugewerbe die Geschäftslage als gut oder befriedigend.

Verbessert hat sich auch die Lage bei den privaten Dienstleistern (Friseure, Kosmetiker) sowie im Gesundheitshandwerk. Am schlechtesten beurteilt die Kfz-Branche ihre geschäftliche Situation. Georg Wolf, Obermeister der Kfz-Innung Kassel, bezeichnet das Werkstattgeschäft als leicht rückläufig, aber nicht dramatisch. Als Folge der Abwrackprämie seien viele Neuwagen am Markt, wodurch sich der Reparaturbedarf verringert habe.

Die insgesamt gute Entwicklung wirkt sich auch auf die Zahl der Beschäftigten aus: Laut Studie haben 17,3 Prozent der Befragten ihr Personal aufgestockt, während 10,3 Prozent ihren Personalstamm reduzieren mussten. Sorgen macht den Betrieben hingegen die Preisentwicklung: 38,7 Prozent klagten über weiter gestiegene Einkaufspreise für Rohstoffe und Energie. (abe)

Komplette Analyse auf www.hwk-kassel.de (Rubrik Handwerk regional)

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