Berlinale

„Film ab!“ mit dem deutschen Handwerk

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Berlinale: Das Handwerk sorgt für einen gelungenen Auftritt von Stars in Sternchen.

Wenn ab dem 7. Februar die Filmfans Schlange stehen und die Stars auf den roten Teppichen frieren, ist es wieder soweit: Die Kinobranche feiert die Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Dabei setzt die Filmwelt voll auf die Unterstützung des Handwerks.

Denn Handwerker weltweit arbeiten an Filmsets daran, dass Kinoträume wahr werden.

Filmkunst, Partys, Glamour: Alljährlich verwandelt die Berlinale die Hauptstadt in ein Paradies für Kinofreunde. Dann locken an zehn Festspieltagen 400 Filme rund 300.000 Zuschauer in die Lichtspiel-häuser. Doch auch außerhalb Berlins ist die Anziehungskraft der Lein-wand ungebrochen. Die Deutschen lieben das Kino und haben längst nicht nur ausländische Streifen auf dem Spielplan: Etwa 120 Spielfilme entstehen in Deutschland pro Jahr. Eine Leistung, die das Publikum nicht nur Produzenten und Schauspielern verdankt, sondern auch dem Handwerk.

Hollywood in Berliner Schneiderhand

Die Schneidermeisterin Gudrun Kaindl knüpfte ihre Verbindungen zur Filmbranche direkt nach der Gesellenausbildung: „Ich konnte 2007 bei der Kostümherstellung für das Stauffenberg-Drama ‚Operation Walküre‘ mitwirken. Bei den Dreharbeiten in Berlin und Potsdam habe ich damals meine ersten Filmerfahrungen gesammelt“, erklärt die 29-Jährige. Mittlerweile ist Kaindl im Filmgeschäft angekommen und konnte mit den Kostümen für den Hollywoodblockbuster „Cloud Atlas“ ihren jüngsten Karriere-Coup landen. Das Hantieren mit Stoffen, Schere und Nadel erfordert von der Wahlberlinerin handwerkliches Können und Geduld: „Filmkostüme dürfen nicht nur ‘schön’ sein, sie sollen den Figuren auf der Leinwand Leben einhauchen.“ Genau diese Herausforderung liebt die Handwerksmeisterin an ihren Filmaufträgen.

Bunte Hüte für schwarzweißes Meisterwerk

Mit preisgekrönten Meisterwerken kennt sich auch Susanne Gäbel aus – immerhin stellte die Hutmacherin ihr Können schon dem vielfach ausge-zeichneten Regisseur Michael Haneke zur Verfügung. Für seinen Oscar-nominierten Historienfilm „Das weiße Band“ fertigte die Modistin den

Hutschmuck aller Darsteller und Komparsen. Dabei zählte jedes Detail: „Obwohl ‚Das weiße Band’ ein Schwarzweißfilm ist, achteten die Kostüm-bildnerin und ich auf die historisch korrekte Farbgebung der Hüte und Mützen“, erklärt die Wahlberlinerin, die nach ihrer Ausbildung freischaf-fend in Paris arbeitete. Ob Filz, Leder, Pelz, Samt, Stroh oder Tüll – die eigene Kreativität lebt Gäbel seit 1998 in ihrem Charlottenburger Laden-Atelier aus. Dort fertigt sie neben Hüten auch ausgefallenen Kopfschmuck nach den Wünschen ihrer anspruchsvollen Stammkundschaft: „Meine Ideen entstehen beim Arbeiten mit dem Material. Die Lust am Handwerk treibt mich täglich an.“

Bärenstarkes Reinheitsgebot

Doch nicht nur an dem was auf der Leinwand zu sehen ist hat das Handwerk einen gehörigen Anteil, sondern auch am Drumherum. Unterschiedliche Gewerke sorgen vom Bau der Kinos bis zur täglichen Reinigung für das richtige Wohlfühlambiente. Selbstverständlich auch zur Berlinale. So bringen 25 Handwerksprofis der Niederberger-Gruppe Berlin im Licht der Weltöffentlichkeit ordentlich zum Strahlen. Vom Restaurant bis zum roten Teppich sorgt das Team von Gebäudereiniger-Meister Peter Hollmann für rundum gepflegte Messeräume im Martin-Gropius-Bau, wo sich die internationale Kinobranche zum European Film Market trifft. Fast 8000 Fachbesucher werden erwartet, knapp 1600 Füße, die sich einen Weg durch die Renaissancebau bahnen und deren Spuren es täglich wieder zu beseitigen gilt. „Unsere Mitarbeiter müssen durch ein ausge-prägtes Dienstleistungsverständnis überzeugen. Als Gebäudereiniger arbeiten wir in einer Branche, bei der ein Mangel an Leistung sofort ins Auge sticht“, erklärt der 49-Jährige. Mit wachem Blick und flinken Händen sorgt Hollmanns Team so täglich und rund um die Uhr dafür, dass auf der Berlinale 2013 nicht nur die Stars glänzen. (www.handwerk.de)

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