Beruf vereint Elektronik, Mechanik und IT

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Genau hingeschaut: Katharina Weber (im Bild vorn) ist Meisterin im Kfz-Techniker-Handwerk. Beim Bundesleistungswettbewerb war sie als Prüferin vor Ort.

Komplexe Fahrzeugsysteme, ausgefeilte Technik – Kfz-Mechatroniker müssen für den Werkstattalltag im Umgang mit Diagnose-, Mess- und Steuersystemen genauso fit sein wie mit Schraubenschlüssel und Co.

Gerade die Verbindung von Elektronik, Datenverarbeitung und Mechanik ist es, was für Katharina Weber die Kfz-Mechatronikerin zum Traumberuf macht. Damit ist die 22-Jährige aus Essen nicht allein: Rund 600 junge Frauen und zirka 18 100 Männer begannen 2010 mit dieser Ausbildung im Kfz-technischen Bereich.

Für Katharina Weber stand schon lange fest: Ihr Faible für Technik und Autos wollte sie zu ihrem Beruf machen. Schon als Mädchen spielte sie am liebsten mit den Matchbox-Autos ihres Bruders. „Mit 16 habe ich dann einen Opel Astra umgebaut“, erzählt sie. Heute hat sie nach einer dreieinhalbjährigen Ausbildung den Gesellenbrief als Kfz-Mechatronikerin in der Tasche.

Vielfältiger Berufsalltag zwischen Elektronik und Mechanik

„Wer in Mathematik gut ist und sich auch für Physik begeistern kann, könnte mit dem Beruf die richtige Wahl treffen“, sagt sie. Ganz wichtig seien auch kommunikative Fähigkeiten. Denn Kfz-Mechatroniker arbeiten im Team und kommen oft mit Kunden in Kontakt. „Der Berufsalltag ist sehr abwechslungsreich.“ Da müssen Diagnosen erstellt, Fehlerberichte digital ausgelesen, Fahrzeuge sowie Systeme eingestellt und gewartet werden. Zudem gehören die Planung der Arbeitsabläufe und die Ergebniskontrolle dazu. Gefragt ist auch handwerkliches Geschick, denn die Fachleute montieren und demontieren Teile oder rüsten Zubehör nach.

Künftige Azubis sollten die Realschule mit gut oder die Hauptschule mit sehr gut abgeschlossen haben. Kfz-Betriebe, Automobilhersteller und Importeure von Kraftfahrzeugen bieten die duale Ausbildung an. Neben der Praxis besuchen die Auszubildenden die Berufsschule sowie Lehrgänge in handwerklichen Bildungseinrichtungen. Die Essenerin hat sich bereits während der Ausbildung bei einem speziellen Programm eines Herstellers weitergebildet.

Spezialisierung steht im dritten Jahr auf dem Plan

Bereits vor Ausbildungsbeginn wählen die Lehrlinge einen Schwerpunkt: Fahrzeugkommunikations-, Personen-, Nutzfahrzeug- oder Motorradkraftwagentechnik. In den ersten beiden Lehrjahren erlernen alle angehenden Kfz-Mechatroniker die gleichen Inhalte, erst im dritten Jahr erfolgt die Spezialisierung.

Katharina Weber hat sich für Fahrzeugkommunikationstechnik entschieden. Sie ist jetzt Fachfrau für komplexe fahrzeugtechnische Systeme: Sie baut Navigationsgeräte und Freisprechanlagen in Autos ein, repariert Klimaanlagen oder kümmert sich um Zündanlagen und Motoren.

Weitere Karriere: Meister oder Studium möglich

Im Anschluss an die Lehre können Kfz-Mechatroniker zwischen verschiedenen Weiterbildungsangeboten der automobilen Berufswelt wählen. Katharina Weber hat sich für den Meister im Kfz-Techniker-Handwerk entschieden. Vor wenigen Wochen hat sie die Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen. Diese Qualifikation kann bis zum Geschäftsführer oder Betriebsinhaber führen. Auch ein Studium, zum Beispiel Maschinenbau, ist denkbar. Möglich ist auch eine Weiterbildung zum „Geprüften Kfz-Servicetechniker“, eine mittlere Karrierestufe zwischen Geselle und Meister. (nh)

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