Kreative Akteure der Modeszene

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Farbe lässt sich auf vielerlei Weise in die Frisur einbringen: Die Auszubildende Anna-Lena Deiseroth (Mitte) trägt eine komplett neue Farbe auf. Ihr Lehrherr Peter Fiebig, Obermeister der Friseur-Innung im Landkreis, begutachtet das Ergebnis.

Schenklengsfeld. Ich schneide am liebsten“, sagt Anna-Lena Deiseroth, „aber eigentlich macht alles andere auch Spaß.“ Alles andere – das ist Waschen, Föhnen, Farbe, Locken, Make-up und Kosmetik und letztendlich eine Typberatung mit ausführlicher Beratung.

Anna-Lena ist Auszubildende im 3. Lehrjahr im Salon von Peter Fiebig in Schenklengsfeld, dem Obermeister der Friseur-Innung Hersfeld-Rotenburg.

Friseurin war der Wunschberuf der 20-Jährigen, nicht zuletzt inspiriert von ihrer Tante, die ebenfalls aus der Branche kommt. „Irgendwie fand ich den Beruf schon immer spannend“, sagt die junge Frau aus Hohenroda-Ransbach lächelnd. Schön sei er und mache Spaß, auch wenn er körperlich belastend durch das lange Stehen sei. „Jeden Tag lerne ich andere Menschen und deren Wünsche kennen.“

Die Ausbildung von Anna-Lena ist fast beendet, im Sommer legt sie ihre Gesellenprüfung ab. Sie konnte schon beim Preisfrisieren in Bad Hersfeld punkten und hat auch eines der begehrten Stipendien der Intercoiffure Herbert Burkhardt Stiftung für den talentierten Friseurnachwuchs erhalten (befähigten jungen Menschen, die Leistung zeigen, wird die Möglichkeit gegeben, sich weiter fortzubilden).

Lernen durch Zuschauen

Die Arbeit an lebendigen Modellen ist für Anna-Lena täglich eine neue Herausforderung. Erst heute morgen hat sie eine 3-Farb-Strähnentechnik am langen Haar angewandt. „Das sieht eigentlich einfach aus, ist aber sehr aufwändig.“ Was sie in der Berufsschule lernt, kann sie im Alltag gleich anwenden. „Zugucken war von Anfang an das Wichtigste“, betont die angehende Gesellin. „Learning by doing“ beschreibt auch ihr Lehrherr Peter Fiebig die Ausbildung im Friseurhandwerk: „Durchs Zuschauen lernen die Auszubildenden sehr viel. Je nach dem, wie sie sich anstellen, dürfen sie dann gleich in die Praxis.“

Denn neben dem Gespür für aktuelle Modetrends seien Kreativität, handwerkliches Geschick und Spaß am Umgang mit unterschiedlichsten Menschen wichtige Voraussetzungen. „Schließlich steht der Friseur bei der Typ- und Trendberatung an vorderster Stelle“, betont Obermeister Fiebig. Und das durchaus themenübergreifend: Längst bildeten Frisur, Outfit und Make-up eine Einheit. „Damit ist der Friseur Spezialist und Allrounder in einer Person.“

Verwöhnerlebnis

Der Friseurberuf biete eine Vielzahl von Möglichkeiten, kreatives Gespür und technisches Können einzubringen. Denn die Kunden erwarten von den Beautyprofis typgerechte Beratung und modisches Styling verbunden mit einem echten Verwöhnerlebnis. Die Erwartungshaltung des Kunden stehe immer im Mittelpunkt. „Sicherheit in modischen Fragen und individueller Beratung sind daher ein absolutes Muss“, sagt Fiebig. Die individuellen Anforderungen an Berufsanfänger seien anspruchsvoll.

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Anna-Lena Deiseroth erfüllt sie alle. Der Obermeister möchte die junge Friseurin nach dem Ende ihrer Ausbildung gerne als Gesellin übernehmen. „Ich unterstütze sie aber auch bei ihrem Ziel, Meisterin zu werden.“ Im Laufe seiner langen Berufsjahre hat Fiebig festgestellt, dass jeder irgendwie die Basistechniken des Handwerks erlernen könnte. „Das Personalisieren am Kunden ist weitaus schwieriger, um den Wow-Effekt zu erreichen.“ Da sei Anna-Lena auf einem richtig guten Weg. (ley)

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