Biete Betrieb, suche Nachfolger

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Unternehmensnachfolge: Die Betriebsübergabe sollte über viele Jahre hinweg geplant werden.

Was passiert, wenn eine Betriebsinhaberin oder ein Betriebsinhaber im Handwerk in Rente gehen möchte? Überwiegt die Freude auf einen neuen Lebensabschnitt oder kommt das große Erwachen?

Um Antwort auf diese Fragen zu bekommen, hatte der Arbeitskreis der Unternehmerfrauen im Handwerk Hersfeld-Rotenburg das Thema Betriebsübergabe auf die Tagesordnung gesetzt.

„Die Regelungen von Betriebsnachfolge und Betriebsübergabe gehören zu den Themen, die in vielen Unternehmen im Geschäftsalltag untergehen und deshalb viel zu kurz kommen. Da ist dann schnell der richtige Zeitpunkt verpasst“, sagt die Vorsitzende des Arbeitskreises Petra Schaub (Sanitär- und Heizungsinstallation Schaub GmbH, Neuenstein).

Gar nicht so einfach

Antworten auf die zahlreichen Fragen hatte Sylvia Schmolders im Gepäck. So wusste die Betriebsberaterin der Handwerkskammer Kassel zu berichten, dass es aktuell gar nicht so einfach ist, ein Unternehmen im Handwerk an den Mann oder an die Frau zu bringen. „Vor einigen Jahren war die Betriebsnachfolge gar keine Frage, denn meist fand sich der Nachfolger in der eigenen Familie“, sagte die Diplom-Betriebswirtin. „Doch heute entscheiden sich viele junge Menschen für gesicherte Berufswege.“

Allerdings erlebten die Betriebsberater der Kammer auch immer wieder, dass Unternehmer ihr Lebenswerk nur schweren Herzens aus den Händen geben. „Die Schwierigkeiten, die hier zwischen den Generationen entstehen, schrecken viele potenzielle Nachfolger ab. Sie versuchen ihr Glück erst einmal in einem anderen Unternehmen.“

Aber auch die Ausstattung des Unternehmens, die nicht dem aktuellen Standard entspricht, könne zu Problemen führen. Deshalb lohne es sich doppelt, rechtzeitig und kontinuierlich Geld in das Unternehmen zu stecken. „Ein Betrieb, der mit der Zeit geht und immer wieder in neue Techniken investiert, ist auch gut auf dem Betriebsübergabe-Markt platziert.“

Mitte 50 ist ein gutes Alter

Grundsätzlich gelte aber für jede Betriebsübergabe, dass der Erfolg unbedingt von einer frühen Vorbereitung abhänge. „Eine gescheite Übergabe lässt sich nicht in Monats- und schon gar nicht in Wochenfrist organisieren“ weiß Schmolders. Mitte Fünfzig sei ein gutes Alter für Unternehmer, sich erste Gedanken über das Thema zu machen, denn dann sei noch ausreichend Zeit, alle Weichen richtig zu stellen.

„Wer sich rechtzeitig mit dem Thema Betriebsübergabe auseinandersetzt hat auch gute Chancen, den passenden Nachfolger zu finden“, gab Sylvia Schmolders den Unternehmerfrauen als Resümee mit auf den Weg.

Hilfestellung gibt in jedem Fall die Betriebsberatung der Handwerkskammer Kassel, die neben der Beratung auch die Betriebsbörse „nexxt-change“ bereithält. Dort können sich interessierte Junghandwerker nach Betrieben umschauen, genauso wie Unternehmen, die einen Nachfolger suchen. (red)

Weitere Informationen: Handwerkskammer Kassel, Betriebsberatung und Unternehmensführung, Carola Koch, Tel. 0561/7888-154 oder www.hwk-kassel.de.

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