Sie bringen Teile in Form

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Die frisch gebackenen Werkzeugmechaniker präsentieren gemeinsam mit Fachlehrer Peter Knierim (rechts) ihr selbst konstruiertes und hergestelltes Schneidwerkzeug sowie ihre Prüfungsstücke. Von links: Timo Schade, Sebastian Ivers, Adalbert Namyslo, Sebastian Braun und Vanessa Masur. Auf dem Bild fehlt Thomas Grimm.

Jeden Tag haben wir mit Gebrauchsgegenständen oder Einzelteilen zu tun, über deren Herstellung wir uns kaum Gedanken machen. Wie werden Metallteile gegossen? Wie entsteht ein Kunststoffteil? Wie werden Blechteile in Form gebracht, gelocht und ausgeschnitten?

Hierzu werden Formen und Werkzeuge verwendet, zu deren Herstellung ein hohes Maß an Präzision erforderlich ist, aber auch komplizierte Zusammenhänge durchdacht werden müssen. Sie werden vom Werkzeugmechaniker angefertigt.

In den Beruflichen Schulen Bebra findet der Berufsschulunterricht der Werkzeugmechaniker statt, die im Schulamtsbezirk Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner ausgebildet werden.

Eine Projektarbeit, in der sich die Auszubildenden des dritten Ausbildungsjahres nur um die konstruktive Auslegung eines Schneidwerkzeuges kümmern sollten, gingen sie so motiviert an, dass sie in ihrem Ausbildungsbetrieb, der Firma Frimo in Sontra, das Werkzeug anfertigten - und das zum Teil in ihrer Freizeit.

Bei der Konstruktion und beim Bau ließen sie sogar noch kreative Lösungen einfließen, wie zum Beispiel den getrennten Auswurf von Gutteilen und Abfall.

„Es freut uns sehr, wie motiviert die Auszubildenden an das Thema herangegangen sind, und dass die Firma Frimo ihnen die Möglichkeit gegeben hat, die Theorie in die Praxis umzusetzen“, sind sich Peter Knierim und Stefan Mohr als Fachlehrer sowie Klassenlehrer einig. „Im Rahmen eines ähnlichen Projekts in der Fachschule für Maschinentechnik entstand übrigens vor mehreren Jahren in Zusammenarbeit mit der Firma Stiebel-Eltron in Eschwege ein Spritzgießwerkzeug zur Herstellung von Kunststoffbechern.“

Nun legten fünf Werkzeugmechaniker und eine Werkzeugmechanikerin ihre Facharbeiterprüfungen ab. „Die Ergebnisse können sich sehen lassen, zumal sie auf eigenen Wunsch hin die Möglichkeit nutzten, die Prüfung vorzeitig nach drei anstatt 3,5 Jahren Ausbildungszeit abzulegen“, erläutert Schulleiter und Prüfungsausschussvorsitzender Wolfgang Haas, der selbst vor seinem Studium den Beruf des Werkzeugmachers erlernte. Vanessa Masur konnte zudem Wissen und Erfahrungen aus der zweijährigen Berufsfachschule in die Ausbildung einbringen, die sie zuvor in Bebra besucht hat.

Die frisch gebackenen Facharbeiter werden in den Ausbildungsbetrieben weiter beschäftigt oder setzen ihre Ausbildung in der Fachoberschule oder direkt im Studium fort. (zpk)

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