Buchen für die Enkel

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Knochenarbeit in strömendem Regen: Die Azubis Sven Oligmüller (vorn von links), Sebastian Bode, York Balandat, Florian Ochs (dahinter) und Alois Haist forsteten ein vom Sturm verwüstetes Waldgebiet hinter dem Herkules auf.

300 junge Buchen-Setzlinge haben die angehenden Schreiner Sven Oligmüller, Sebastian Bode, York Balandat, Florian Ochs und Alois Haist am Wochenende gemeinsam mit Mitgliedern der Schreinerinnung Kassel Stadt und Land hinter dem Herkules gepflanzt.

Doch wenn die jungen Männer mal im Beruf stehen, werden sie das Holz dieser Buchen noch nicht verwenden können. Das werden erst ihre Enkel, wenn sie denn auch den Schreinerberuf ergreifen, zu Möbeln verarbeiten. Denn Buchenholz benötigt 80 Jahre, bis es von Handwerkern genutzt werden könne, sagt Revierförster Dieter König vom Forstamt Wolfhagen. Zusammen mit Frank Baum, dem Vorsitzenden der Schreinerinnung, hat er die Wiederaufforstungsaktion im Habichtswald organisiert. Erst zwei Nächte zuvor hatte der Sturm Carmen in dem Gebiet einige 100 Fichten umgelegt.

Die Schreinerlehrlinge pflanzten dort gemeinsam mit altgedienten Gesellen und Meistern Buchen, die später als Sturmriegel dienen werden. Seit zwölf Jahren organisiert die Innung diese Pflanzaktionen. Sie sollen die Verbundenheit der Handwerker mit dem nachwachsenden Werkstoff Holz dokumentieren.

Einheimische Hölzer wie Ahorn, Buche oder Kirsche würden von den Kunden immer mehr nachgefragt, sagt Baum. Auf Tropenhölzer werde zunehmend mit Rücksicht auf die Rodung der Regenwälder verzichtet.

Über mangelnde Arbeit haben die Mitglieder der Innung nicht zu klagen. Er habe Mühe gehabt, einen Schreinerbetrieb für den Austausch der Holzfenster im Forsthaus zu finden, berichtet Revierförster König.

Trotz der anscheinend ordentlichen Auftragslage gehe die Zahl der Auszubildenden seit zehn Jahren zurück, sagt Baum. In den 36 Mitgliedsbetrieben werden momentan 85 Lehrlinge ausgebildet. Im Schnitt seien die Kasseler Unternehmen relativ klein, mehr als fünf oder sechs Gesellen im Betrieb, das sei die Ausnahme, berichtet der Innungschef. (pdi)

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