Das Bügeln wird zum Hantelsport

Ermöglicht effektives Arbeiten: Dieses Schneiderbügeleisen wiegt vier Kilo. Es gibt auch Exemplare, die mehr wiegen.

Ein wenig wehmütig wird Winfried Ebert schon, wenn er das Foto, das seinen Vater Lorenz und seinen jüngeren Bruder Horst zeigt, betrachtet. Schließlich sind beide Familienmitglieder inzwischen bereits verstorben.

Der 77-Jährige erinnert sich jedoch gern an seine Kindheit und zeigt den Besuchern, die in die Räume der Geschichtswerkstatt Ahnatal kommen, den Schneiderofen seines Vaters mit dem vier Kilo schweren Bügeleisen. „Zu Hause habe ich noch ein Schneiderbügeleisen, das sogar neun Kilogramm wiegt“, erzählt er. „Meine ersten Eindrücke vom Schneiderhandwerk bekam ich mit vier oder fünf Jahren“, erklärt Winfried Ebert zu Beginn seiner Führung.

Er berichtet von den Tischen, auf denen sein Vater und die beiden Gesellen im Schneidersitz bei Musik aus dem Radio arbeiteten, von dem großen Spiegel in der kleinen Werkstatt und dem Bild mit neuesten Kreationen der Damen- und Herrenmode.

„Obwohl ich heute noch bügeln und Knöpfe annähen kann, ist kein Schneider aus mir geworden“, verrät Winfried Ebert. Vier Wochen, nachdem er im Mai 1947 eine Schneiderlehre in Kassel begann, brach er sie wieder ab. Etwas später begann er eine Lehre in einem anderen Handwerksberuf, der sich als der richtige für ihn erwies. Winfried Ebert wurde Steinmetz.

Geschichtswerkstatt Ahnatal im alten Rathaus in Weimar, Unter der Linde 2, jeden zweiten Freitag und jeden ersten Sonntag im Monat 15 bis 18 Uhr.

Kontakt: Uwe Westphal, Tel. 056 09/ 62 81 62, Infos: www.geschichte-ahnatal.de

Von Bettina Wienecke

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