Das heimische Handwerk setzt auf Service und Qualität

Bäcker wachsen im Konkurrenzkampf

Weniger Bäckereien, mehr Backshops in Discountern und Tankstellen: Diese Entwicklung zeichnet sich auch im Schwalm-Eder-Kreis ab. Obermeister Olaf Nolte sieht sie gelassen. Von einem Bäckereisterben mag der 41-jährige Bäcker in der vierten Generation nicht reden.

Denn die Zahl der Innungsbetriebe im Landkreis ist zwar binnen 20 Jahren von 75 auf 40 zurückgegangen, doch die Zahl der Mitarbeiter ist eher gewachsen, erklärte Nolte. Der Gesamtumsatz der Betriebe ist steigend. „Im Bäckerhandwerk haben wir noch eine gute Struktur, die wollen wir verteidigen und ausbauen“, sagte Nolte. Die eigenen Hausaufgaben seien dabei die Qualität, das Preisleitungsverhältnis und die Nachwuchsgewinnung.

Das Minus bei den Betrieben habe auch mit der oft problematischen Nachfolgerfrage zu tun, erklärte Nolte: „Der Arbeitsrhythmus lässt viele gründlich überlegen“, und das wirke sich im Trend zu leistungsstärkeren Betrieben aus. Kleinere Bäcker hätten es zudem schwer, die wachsenden Ansprüche der Kunden an die Vielfalt zu bedienen. Folglich seien in den vorangegangenen Jahren viele Bäckereien von Filialen der Großen ersetzt worden. Unterm Strich habe sich die Zahl der Ladengeschäfte aber nicht reduziert.

Nolte sieht unbedingt eine Zukunft für die heimischen Bäcker, „die meisten Menschen gehen ja fast täglich hin. Unsere Pfunde sind Vielfalt, Qualität, Service und Freundlichkeit.“ Den Preisdruck durch Backshops sollte man laut des Obermeisters nicht überbewerten, bei guter Bedienung und entsprechendem Angebot gebe es Kunden, die bis zu 100 Euro pro Woche in einem Café ausgeben. Für andere sei es allerdings ein großer Unterschied, ob ein Brot 3,50 Euro oder 2,40 Euro kostet.

Von Anne Quehl

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