Drei Schränke voller Geschichte

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Das Gedächtnis des Handwerks: Klaus Westmeier präsentiert hier einen Teil der Handwerks-Chroniken, die er in den vergangenen Jahren zusammengestellt hat.

Die Chronik-Bände belegen inzwischen drei Schränke bei der Kreishandwerkerschaft: Klaus Westmeier hat Material aus drei Jahrzehnten Handwerksgeschichte gesammelt, sorgsam archiviert und einiges neu geordnet.

Allein zwei dicke Chronik-Bände hat der frühere Hemfurther Friseurmeister mit Berichten gefüllt, die sich mit Themen rund um die Kreishandwerkerschaft beschäftigen: von der Lehrlingsfreisprechung bis zum Festabend des Handwerks, von Ausbildungstagen bis hin zu Ministerbesuchen und weiteren politischen Themen.

Ein Band für jede Innung

Hinzu kommen 13 Bände für die einzelnen Innungen, die unter dem Dach der Kreishandwerkerschaft zusammengefasst sind.

Beim Festabend des Handwerks am Samstag, 8. Oktober, werden die Bände wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Dann haben die Mitgliedsbetriebe Gelegenheit, in der Geschichte ihrer Innung zu schnuppern.

Den Grundstock der Chronik baute der verstorbene Korbacher Meister Paul Müller auf. Anlass war das 50-jährige Bestehen der Elektroinnung Mitte der 80er Jahre. Nach drei Jahren verstarb Müller. Dann kümmerte sich Heinrich Göbel, der inzwischen ebenfalls verstorbene Vater des Kreishandwerkmeisters Karl-Heinz Göbel, um das Material.

2001 übernahm Klaus Westmeier die Aufgabe. „Mit Liebe und Sorgfalt“ widmete er sich Zeitungsartikeln, Reiseberichten, Fotos und vielen anderen Dokumenten, die er in den jeweiligen Chronikbänden einsortierte und somit auch der Nachwelt erhält.

„Das ist das Gedächtnis der Innungen“, stellt anerkennend Silke Nagel für die Handwerkerschaft fest. Die Chroniken zeigen die Entwicklung der Innungen. Manchmal müssen auch traurige Entwicklungen festgehalten werden. Beispielsweise bei den Schuhmachern: Deren Innung musste mangels Mitgliedern vor etwa zehn Jahren aufgelöst werden.

Einmalige Sammlung

Westmeier hofft, dass im Computer-Zeitalter diese Dokumentation auch in 50 Jahren bei den Handwerkern noch auf Interesse stößt. Die Chroniken spiegeln die Bedeutung des Handwerks wider, unterstrich der Friseurmeister im Ruhestand.

Sie zeigten die ganze Bandbreite des Handwerks, nicht nur die Innungen, sondern gesellschaftliche Anlässe, wirtschaftliche Entwicklungen, aber auch gemeinsame Ausflüge.

Silke Nagel ist stolz auf das, was Klaus Westmeier im Laufe der Jahre zusammengetragen hat. Das sei „eine einmalige Sammlung im Kammerbezirk“, sagt sie. (ber)

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