Auf eigenes Können setzen

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Sieht gute Chancen: Tobias Binder vom Service-Zentrum Hersfeld-Rotenburg der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel.

Gelassen blickt Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker auf den 1. Mai, dann, wenn auf dem europäischen Arbeitsmarkt die letzten Schranken fallen. „Die Zeit wird es zeigen“, sagt Klaus Stöcker.

Sicherlich werde es so kommen, dass nun weitere Anbieter von handwerklichen Leistungen in den heimischen Markt drängen. Das Handwerk setzt dabei jedoch auf das Können der eigenen Fachkräfte.

Nach Aufschwung zurück

Sobald sich in den Beitrittsländern der wirtschaftliche Aufschwung bemerkbar machte, gingen die Mitbewerber zurück in ihre Herkunftsländer. Die Anreise und die Kosten für den Aufenthalt müssten die Unternehmen schließlich auch irgendwie über den Preis abfangen.

Trotz alledem hat das heimische Handwerk schon länger einen kritischen Blick auf die unlauteren Methoden von Mitbewerbern. „Wer bisher kommen wollte, ist schon da und arbeitet schwarz“, kritisiert Stöcker mit Blick auf die oft beklagte Inflation polnischer Fliesenleger im Kammerbezirk.

Chance für Entwicklung

„Wir begreifen die ab dem 1. Mai neu gestaltete Arbeitnehmerfreizügigkeit als Chance für eine nachhaltige Entwicklung der gemeinsamen europäischen Wirtschaftsregion“, sagt Tobias Binder vom Service-Zentrum Hersfeld-Rotenburg der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel.

„Eine schwerwiegende Bedrohung des Arbeitsmarkts im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sehen wir nicht. Allerdings kann es in manchen Branchen zu Problemen kommen. Zum Beispiel im Baubereich und der Pflege.“ Die Lage unseres Kreises im Herzen Deutschlands erschwere für Osteuropäer das zügige Pendeln zwischen Arbeitgeber und dem privaten Lebensmittelpunkt in benachbarten Staaten.

Die Arbeitnehmerfreizügigkeit bilde als Puzzlestück eine Chance, den demografischen Wandel in Nordhessen und Deutschland positiv zu beeinflussen, meint die IHK. Tobias Binder sieht durchaus die Chance, den drohenden Mangel an Fachkräften zu lindern.

Noch zu hoch

Das bedeutet auch, dass die aktuell noch zu hohen Hürden für die Anerkennung ausländischer Qualifikationen in Deutschland beseitigt werden müssen. (kh)

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