Ursprung der Redensart:

Einem etwas in die Schuhe schieben

Schuhe gehören zu den ältesten Kleidungsstücken der Menschheit. Es liegt also nahe, dass rund um die Fußbekleidung Redensarten entstanden sind, die heute zu unseren täglichen Sprachgewohnheiten gehören.

Das gilt auch für den Satz „Einem etwas in die Schuhe schieben“, der den meisten von uns bekannt ist und immer wieder verwendet wird. Doch woher kommt er eigentlich?

Wenn in früheren Zeiten jemand dem anderen etwas in die Schuhe schob, dann war das durchaus wörtlich zu nehmen. Die Redensart geht zurück auf fahrende Gesellen und Handwerker, die durch die Lande zogen. Hier und da ließen manche von ihnen schon mal „was mitgehen“. Hatten die strengen Ordnungshüter dann einen Verdacht, drohte natürlich eine Durchsuchung.

Um den Verdacht von sich abzulenken, schoben die Missetäter ihren kollegialen Mitschläfern im gemeinsamen Nachtquartier das gestohlene Gut im wahrsten Sinne des Wortes in deren Schuhe. Diesen ahnungslosen Gesellen wurde so eine Tat untergeschoben, die sie gar nicht begangen hatten und für die sie dann aber leider den Kopf hinhalten mussten.

Schiebt man heute im übertragenen Sinne einem etwas in die Schuhe, so hat das auch den Zweck, ihn einer Tat zu bezichtigen oder für etwas die Schuld zu geben, ohne dass er dafür verantwortlich ist. Und wenn jemand sagt, er lasse sich nichts in die Schuhe schieben, muss er nicht immer unschuldig sein, sondern will vielleicht nur den Kopf aus der Schlinge ziehen.

Auch der Schuhmacher schiebt seinen Kunden – natürlich in bester Absicht – etwas in die Schuhe. So beispielsweise Leisten bei Maßschuhen, Spanner zum Erhalt der Passform oder Einlegesohlen für bequemes Gehen. Wer wissen möchte, was die Schuhmacher sonst noch alles zu bieten haben, sollte mal auf den Seiten www.schuhmie.de im Internet vorbeischauen. (nh)

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