Erster Freispruch in der Kirche

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Kreishandwerksmeister Hupe (ganz links) ehrte Philipp Wolkenhauer, Kilian Gast, Leonard Lindner (hinten von links) sowie Miriam Decker als Prüfungs- und Innungsbeste.

Zimmermanns-Hüte und Zunftwesten: Erstmals fand am Donnerstagabend in der Northeimer St. Sixti-Kirche eine Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Northeim-Einbeck statt. Rund 400 Gäste waren der Einladung gefolgt, freute sich Kreishandwerksmeister Hermann-Josef Hupe.

Die Feier in der St. Sixti-Kirche wurde seinen Worten zufolge aus einer Notlage geboren: Weil die üblicherweise für die Sommerfreisprechung genutzten Berufsbildenden Schulen in Einbeck nicht zur Verfügung standen, bot Superintendent Heinz Behrends kurz entschlossen die Northeimer Kirche an. Hupe: „Handwerk und Kirche arbeiten seit langem zusammen.“

Der Superintendent hielt unter der Überschrift „Nimm Abschied und gesunde“ die Festrede. „Wenn etwas abgeschlossen ist, muss der Mensch kräftig ganz und gar Abschied nehmen, damit etwas Neues beginnen kann“, sagte er.

Mit Blick auf die Unruhen perspektivloser Jugendlicher in London und anderen Teilen der Welt lobte er die Betriebe der Kreishandwerkerschaft. Sie stellten „bei allen Mühen“ Ausbildungsplätze zur Verfügung und würden hoffentlich die Kraft haben, Arbeitsplätze zu erhalten. Als „weltweit schlimmste Sünde der Erwachsenen an unserer Jugend“ bezeichnete Behrends „die horrende Verschuldung“. Behrends: „Die Eltern verfuttern die Zukunft ihrer Kinder.“ Insgesamt 108 Lehrlinge aus zwölf Innungen stellten sich den Gesellenprüfungen. Davon erreichten 96 Prüflinge (88,8 Prozent) ihr Ziel, sagte der Kreishandwerkskammer. Unter ihnen gab es vier, die als Innungs- bzw. Prüfungsbeste mit mindestens einem „gut“ in Theorie und Praxis abschnitten. Es sind die Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk Schwerpunkt Bäckerei, Miriam Decker aus Uslar (Ausbildungsbetrieb Friedhelm Beckmann, Uslar), der Bäckergeselle Kilian Gast aus Bad Gandersheim (Tuchtfeld’s Brot- und Kuchenspezialitäten GmbH&Co KG, Northeim), Tischlergeselle Philipp Wolkenhauer aus Großenrode (Maßregelvollzugszentrum Niedersachsen, Moringen) und der Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik Leonard Lindner aus Lütgenhausen (Kfz-Mechanikermeister Christian Tschmarke, Göttingen).

Die vier jungen Leute haben die Möglichkeit erworben, sich an den Leistungswettbewerben der Handwerksjugend bis hinauf auf die internationale Ebene zu beteiligen.

Darüber hinaus gab es mit der Bürokauffrau Jasmin Hoppe (Mönnig-Bau, Katlenburg-Lindau) und dem Automobilkaufmann Clemens Kalis (Autohaus Hermann, Northeim) zwei Prüfungsbeste aus dem hiesigen Bereich bei den Gesellenprüfungen der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen. (zhp)

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