Fachgerechter Denkmalschutz

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Besinnung auf alte Techniken: Detail aus dem Fachwerkmodell.

Eigentlich kaum zu glauben: Handwerksmeister, die sich für Arbeiten an historischen Gebäuden und in der Denkmalpflege interessieren, können erst seit 25 Jahren eine Prüfung zum „Restaurator im Handwerk“ ablegen und damit ihre besondere Qualifikation nachweisen.

Aus Anlass dieses Jubiläums zeigt die Handwerkskammer Kassel in ihrer Galerie Handwerksform eine Ausstellung zum Thema.

Tafeln informieren über die Geschichte der Denkmalpflege, das Berufsbild und die Tätigkeiten des Restaurators. Ein beeindruckendes Modell eines Fachwerkhauses und weitere Beispiele zeigen alte Bauweisen und Möglichkeiten fachgerechter Sanierungen.

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs stand in Kassel zunächst die rasche Schaffung von Wohnraum im Vordergrund. Zahlreiche historische Gebäude, die die Bombenangriffe überstanden hatten, wurden später abgerissen, um Neubauten und Straßen Platz zu machen. Erst in den 70er-Jahren begann man, sich für den Erhalt alter Bausubstanz einzusetzen. Durch fehlende Fachkräfte und mangelnde Kenntnis alter Handwerkstechniken wurden allerdings viele Gebäude kaputtsaniert.

Es ist natürlich erfreulich, dass Denkmalämter über die Erhaltung von Kulturdenkmälern wachen. Aber selbst offizielle Denkmallisten sind nicht für die Ewigkeit gemacht oder vor der Ignoranz offizieller Stellen gefeit, wie man beim Henschelhaus am Königsplatz sehen konnte.

Das denkmalgeschützte Gebäude konnte abgerissen werden. Warum? Um einem weiteren dringend benötigten Modeladen Platz zu machen. Da wird kein „Restaurator im Handwerk“ mehr benötigt.

25 Jahre „Restaurator im Handwerk“. Handwerksform, Scheidemannplatz 2. Bis 16. Juni, Montag bis Donnerstag 9 bis 16, Freitag bis 15.30 Uhr. (Andreas Gebhardt)

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