Fachkräftesicherung ist Herausforderung für die Zukunft

Die Fachkräftesicherung gehört zu den Topthemen im Handwerk. Das machten Handwerkskammerpräsident Jürgen Herbst und Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) bei der Vollversammlung der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen deutlich.

Mit Blick auf die demographische Entwicklung, mangelnde Ausbildungsreife bei vielen Jugendlichen und dem Trend zu höherer Schulbildung sei dies ein Bereich, in dem das Handwerk zukünftig stark gefordert sei. Zuversichtlich stimme da die Aussicht, das Ausbildungsjahr mit einem Plus von neun Prozent abschließen zu können. Bis Ende November habe die Handwerkskammer 1756 neue Lehrverhältnisse eingetragen, 148 Verträge mehr als zum vergleichbaren Zeitpunkt im Jahr 2009. Für 2011 seien bereits 200 Lehrstellen gemeldet. „Die Betriebe scheinen sich auf den Wandel am Lehrstellenmarkt einzustellen und beginnen früher mit dem Bewerbungsprozess“, sagte Herbst. Das sei eine gute Nachricht.

Positiv sei auch, dass Berufsorientierung und der Übergang von der Schule in den Beruf allerorten in den Fokus gerückt sei. Positive Rückmeldungen zu unterschiedlichen Projekten der Handwerkskammer an dieser Schnittstelle motivierten, „die Aktivitäten, um Jugendliche für das Handwerk zu gewinnen und Betriebe bei der Lehrstellenbesetzung zu unterstützen, weiter voranzutreiben.“

Holger Schwannecke gab mit seinen Ausführungen zu handwerkspolitischen Perspektiven für 2011 Einblick in die Interessenvertretung für das Handwerk. Er begrüßte, dass die Politik während der Wirtschafts- und Finanzkrise auf Vorschläge des Handwerks reagiert und unter anderem sowohl die energetische Sanierung als auch den Steuerbonus für Handwerkerleistungen ausgeweitet habe. Jetzt sei es nötig, die mittelstandspolitischen Akzente weiterzutreiben. Der ZDH setze weiter auf das intensive Zusammenwirken der verschiedenen Organisationen auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene. „Das ist das Riesenpfund des Handwerks“, sagte Schwannecke. Aufgabe sei es nun, die verbesserten Rahmenbedingungen und die mittelstandsfördernden Instrumente zu bewahren. Und es müsse darum gehen, zusätzliche Belastungen für die Betriebe trotz der angespannten Haushaltssituation des Bundes zu vermeiden.

Überbetriebliche Lehrgänge

Die Mitglieder der Vollversammlung fassten einige Beschlüsse im Bereich der beruflichen Bildung. Im Ausbildungsberuf Kfz-Mechatroniker/-in werden im kommenden Jahr sechs neue überbetriebliche Lehrgänge in der Fachstufe eingeführt. Die bislang geltenden Lehrgangsprogramme von 1997 wurden von den Tarifpartnern überarbeitet und an den aktuellen Stand der Technik angepasst.

Zukünftig wird es bei der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen eine Fortbildungsprüfung zur Fachkraft für Lehmbau geben. Die Handwerkskammer reagiert damit auf das Interesse der Betriebe in ihrem Bezirk für eine entsprechend zertifizierte Qualifizierung. Das Bauen mit dem Naturstoff Lehm hat sich in den vergangenen Jahren wieder etabliert. Lehm wird immer mehr als moderner und baubiologisch wertvoller Baustoff wahrgenommen. Im Bereich der Innendämmung bietet die Handwerkskammer bereits eine Fortbildung an.

Die Handwerkskammer wird der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen e. G. (BIGS) beitreten und sich damit stärker in dortige Bildungsnetzwerke einbinden. Die BIGS koordiniert Ausbildungs-, Weiterbildungsmaßnahmen und Beratungsprojekte in Südniedersachsen. Im kommenden Jahr soll auch in Südniedersachsen ein Projekt zur Berufsorientierung starten, das bereits in Hildesheim erfolgreich ist.

Die Vollversammlung stimmte ferner dem Haushaltsplan für das Jahr 2011 zu, der ein Volumen von 12 310 500 Euro vorsieht. Die Beiträge zur Handwerkskammer bleiben stabil. Sie machen gut ein Viertel der Gesamteinnahmen aus. Für das kommende Jahr sind Investitionen in Höhe von 967 000 Euro geplant. Sie dienen der Modernisierung der Fachwerkstätten und der energetischen Sanierung verschiedener Gebäude des Berufsbildungszentrums. (nh)

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