Das Filigrane liegt ihm

+
rst Praktikum, dann Ausbildung: Thomas Huhle stellte bei einem Praktikum im Bäckereigewerbe fest, dass ihm das Handwerk liegt.

Der Vater ist Bäcker, der Bruder ist Bäcker und nach einem Praktikum war für Thomas Huhle auch klar: Ich werde Bäcker. Bisher hat der 36 Jahre alte Mann aus Thüringen seine Entscheidung auch noch nicht bereut. „Als Bäcker sieht, schmeckt, fühlt und riecht man, was man macht“, sagt Huhle und lacht.

Früher hat es ihn gestört, auch sonnabends arbeiten zu müssen. „Mittlerweise habe ich mich daran gewöhnt. Auch, dass wir sonntags arbeiten, ist okay.“ Vor 20 Jahren, als er die Ausbildung gemacht hat, war das noch nicht so. Inzwischen schuftet er in der Backstube von 23 Uhr bis 6 Uhr. „Ich arbeite hauptsächlich nachts in der Backstube. Aber weil ich selbstständig bin, steht dann zusätzlich die Büroarbeit an.“ Mit vier Filialen in Gieselwerder, Uslar, Lippoldsberg und Volpriehausen fällt da so Einiges an.

Obwohl Thomas Huhle so viel Zeit in der Backstube verbringt, bereut er seine Entscheidung, dieses Handwerk ergriffen zu haben, nicht. „Jeder muss für sich selbst wissen, ob er bereit ist nachts zu arbeiten und im Sommer in der Backstube zu schwitzen“, sagt Thomas Huhle und nimmt einen Schluck aus seinem Kaffeebecher.

Dennoch sollte jedem, der sich für die Bäckerei entscheidet, klar sein: „Das ist körperliche Arbeit und man muss belastbar sein.“ Doch, wenn neben Alltagsgebäck wie Brötchen und Broten auch mal Torten und Kleingebäck anstehen, ist dem 36-Jährigen keine Stunde Arbeit zuviel. „Ich mache am liebsten so Filigranarbeit. Damit kann ich mich stundenlang befassen.“ Überhaupt sei Geduld wichtig für einen Bäcker. „Jede Hausfrau kann einen Kuchen backen. Da ist es auch meistens egal, wie er aussieht.“ In seinem Handwerk käme es jedoch darauf an, dass die Mühe sich auch in der Optik wiederspiegelt.

„Besonders, wenn wir uns als Bäckereien gegen Discountmärkte durchsetzen wollen, sind Qualität, Kundenservice und Spezialität wichtig“, sagt Thomas Huhle ernst. Gegen die Dumpingpreise könne man als Handwerksbetrieb sonst gar nicht gewinnen. „Es ist schwer, etwas anzubieten, was die Discounter nicht haben. Aber das ist das Einzige, womit wir etwas ausrichten können.“ (Julia Mohr)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.