Filmreife Leistung des Handwerks

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Das Filmset wird aufgebaut: Daran haben Handwerker einen großen Anteil.

Stars und Sternchen – sie alle zieht es vom 10. bis zum 20. Februar zu den 61. Internationalen Filmfestspielen nach Berlin. Und dank des Handwerks dürfen sich die Besucher der Berlinale wieder auf ganz großes Kino freuen.

Denn egal ob es um den berühmten goldenen Bären, ein neues filmisches Meisterwerk oder das richtige Sounddesign geht: Film ist ohne das Handwerk nicht denkbar.

Preisverdächtige Trophäe – der Berlinale-Bär ist handgemacht

Wer bekommt den goldenen Bären? Das wissen die Handwerker der Bildgießerei Noack schon bevor der Preis bei der Abschlussgala der Berlinale am 19. Februar vergeben wird. Seit Beginn der Berlinale 1951 stellen sie die heißbegehrten Trophäen her – inklusive der gravierten Namensplaketten für die Sieger. Mehrere Arbeitsschritte sind notwendig, um die kunstvollen Unikate zu schaffen. Der nach einem Abdruck gegossene Rohling wird von Hand gereinigt, zurechtgeschnitten, ziseliert, galvanisiert und am Ende auf seinem Sockel befestigt. Die Gießer, Graveure und Metallbauer des Familienbetriebes fertigen jedes Jahr etwa zwölf Bären an, einen goldenen und mehrere in Silber und Bronze. Und einen Extra-Bären haben sie immer in petto, denn manchmal beschließt die Jury kurzfristig, einen Sonderpreis zu verleihen.

Handwerkliche Meisterleistungen hinter den Kulissen

Aber bis ein Film einen Preis gewinnt, ist es ein langer Weg. Denn die Produktion ist langwierig und komplex. Wer sich nach einem Film noch den Abspann in voller Länge ansieht, bekommt einen Eindruck davon, wie viel Handwerk darin steckt. Unter anderem sorgen Elektroniker für die richtige Ausleuchtung und Verkabelung, Schneider für atemberaubende Kostüme, Friseure sowie Maskenbildner für perfekte Frisuren und Makeup und Maler sowie Gerüstbauer für beeindruckende Kulissen.

Das weiß man auch im Filmstudio Babelsberg. Hier arbeiten insgesamt bis zu 200 Tischler, Metallbauer, Stuckateure und viele andere Handwerker an Filmproduktionen aus aller Welt. Ob „Inglourious Basterds“ oder „Herr Lehmann“ – die Handwerker des Filmstudios hatten ihre Hände immer im Spiel. Für „Der Ghost Writer“ wurde ein ganzes Haus samt Inneneinrichtung gebaut – selbst die Kunstwerke wurden von eigenen Malern erstellt.

Eine große Herausforderung beim Film ist die knappe Zeitvorgabe. „Vom Start des Kulissenbaus bis zum ersten Drehtag haben wir oft nur wenige Wochen“, sagt Malermeister Torsten Gera. Um in kurzer Zeit ein Set auf bis zu 7.500 Quadratmetern pro Halle zu errichten, arbeiten die Handwerker daher in interdisziplinären Teams zusammen. Besondere Raffinesse ist erforderlich, wenn neu errichtete Kulissen alt aussehen müssen. „Um zum Beispiel eine Tür auf alt zu trimmen, tragen wir erst die unterschiedlichen Farbschichten auf und lassen die Farbe dann wieder abplatzen“, berichtet Gera. Die umfangreichen Kulissenbauten von Babelsberg erfordern ein besonderes Know-how, das die Handwerker dank ihrer fundierten Ausbildung mitbringen.

Beste Klangqualität für Hollywood

Für den perfekten Film müssen aber nicht nur die Kulissen gelingen, auch der Ton muss stimmen. Für hervorragende Klangqualität sorgt beispielsweise das Handwerksunternehmen Salzbrenner Stagetec. Weltweit schwören Filmstudios auf die Qualitätstechnik aus Buttenheim – auch die Warner Brothers Studios und Century Fox in Hollywood. So hat Stagetec etwa dafür gesorgt, dass der sich im Film über eineinhalb Stunden ziehende Untergang der Titanic zum Sounderlebnis wurde. Dabei sind an die 50 Handwerker – vom Informations- und Systemelektroniker bis zum Metallbauer – jeweils an der Planung und Installation der international gefragten Produkte vor Ort beteiligt.

Ob im Kino oder zu Hause vor dem Fernseher: Damit am Ende ein Millionenpublikum die eindrucksvollen Filmimpressionen genießen kann, stellen Handwerker aus den unterschiedlichsten Gewerken sicher, dass vor und hinter der Kamera alles gelingt. (www.handwerk.de)

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