Fleischer-Innung Waldeck-Frankenberg

Mehr Umsatz und höhere Kosten

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Dank für den Vortrag: Obermeister Hans-Georg Schneider (links) mit Steffen Wiesenberg (Handwerkskammer) und Silke Nagel (Kreishandwerkerschaft).

Die Kostensituation im Fleischerhandwerk, strategische Unternehmensführung und eine eigene Werbekampagne: Das waren die Schwerpunkte der Jahreshauptversammlung der Fleischer-Innung Waldeck-Frankenberg. Die Betriebe haben sich im Korbacher Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft getroffen.

Obermeister Hans-Georg Schneider erklärte in seinem Jahresbericht, dass das Fleischerhandwerk im vergangenen Jahr deutschlandweit einen Umsatzzuwachs von etwa zehn Prozent verzeichnen konnte. Diesem Plus stünden jedoch erhebliche Preissteigerungen auf der Einkaufsseite, eine Lohnerhöhung sowie steigende Energiekosten gegenüber. Schneider berichtete außerdem, dass die Mitgliederzahlen der Innung konstant seien.

Sorge bereiten den Waldeck-Frankenberger Fleischern die geringen Ausbildungszahlen. Der Vorsitzende des Gesellenprüfungsausschusses, Ingo Specht, berichtete, dass sich aktuell 16 Fleischer-Lehrlinge und 14 angehende Fleischer-Fachverkäuferinnen in Ausbildung befinden. Daher sei es notwendig, weiter aktiv um motivierte Jugendliche zu werben.

Um die Leistungen der Fleischerei-Fachbetriebe im Kreis verstärkt bewerben zu können, plant die Fleischer-Innung eine Anzeigenkampagne. „Um Kunden zu binden und neue zu gewinnen, reicht es nicht aus, gute Qualität anzubieten. Vielmehr muss ständig und sichtbar auf die Leistungen unserer Betriebe und der gesamten Branche aufmerksam gemacht werden“, betonte Schneider.

Steffen Wiesenberg, Betriebsberater bei der Handwerkskammer Kassel, informierte über die Kostensituation im Fleischerhandwerk. Nach seiner Auskunft wird das Fleischerhandwerk vor allem durch steigende Rohstoffpreise bei Fleisch und Gewürzen belastet. Der Preisanstieg liege bei 8,3 Prozent. Im Verkauf seien die Preise jedoch nur um knapp die Hälfte angestiegen. Hier müsse über Preisanpassungen nachgedacht werden.

Im Bereich der Personalkosten empfahl Wiesenberg die Nutzung von Betriebsvergleichszahlen und einer Frequenzanalyse. Als besonders schwierig erweisen sich laut Wiesenberg die steigenden Energiekosten. Durch sie werden Betriebsergebnisse massiv beeinflusst.

Wiesenberg sprach auch über strategische Unternehmensführung. Er thematisierte die Bedienungstheke als Mittelpunkt jedes Fachgeschäfts, neue Chancen durch das Imbiss-Segment sowie das Catering als Sektor mit großem Wachstumspotential. (nh/akl)

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