Frank Mauerer: „Ohne Ausbildung geht es nicht“

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Frank Maurer, Obermeister der Innung Kraftfahrzeuggewerbe Waldeck-Frankenberg

Frank Maurer, Obermeister der Innung Kraftfahrzeuggewerbe Waldeck-Frankenberg, stand im Interview Rede und Antwort.

Wie hat sich das Handwerk in unserer Region für Ihren Bereich entwickelt?

Frank Maurer: In den Bereichen Elektronik sind wir in den letzten Jahren weit fortgeschritten. Hilfssysteme, wie Nachtsichterkennung oder Abstandsautomatik vereinfachen vieles für den Fahrer. Gleich-zeitig wurden aber Fehlererkennung und Reparatur aufwendiger. Durch die Umweltprämie wurden zwei Millionen Fahrzeuge entsorgt und neue, umweltfreundlichere Fahrzeuge auf die Straßen gebracht. Der Service ist breiter geworden. Neben dem Fahrzeug wird gleichzeitig ein Kompletpaket verkauft, das Versicherung, Inspektionen/Wartung und/oder Reparaturen beinhalten kann. Das Geschäft mit dem Auto ist durch Internetmärkte deutlich schneller geworden. Unsere Kunden kommen nun auch aus Hamburg oder München. Dies alles ist nicht leicht umzusetzen. Doch mit Kundenorientierung und gutem Service vor Ort geht es mit dem Handwerk gut weiter. Die Mobilität ist gerade in unserem Flächenkreis sehr wichtig.

Kfz-Handwerk - Azubis der Berufsschule Frankenberg

Azubis der Berufsschule in Frankenberg - Kraftfahrzeugmechatroniker

Alles spricht vom Fachkräftemangel, gibt es den auch in Ihrem Gewerbe?

Frank Maurer: Fachkräftemangel ist schon zu erkennen. Die Anforderungen in dem Berufsfeld des Kraft-fahrzeugmechatronikers sind durch die komplexen Systeme an den Fahrzeugen deutlich ge-stiegen. Die Spezialisierung von Mitarbeitern, zum Beispiel für das Canbus-System ist heute unumgänglich, wenn man den Anforderungen gerecht werden will. Letztendlich kann kein Mitarbeiter auf Weiterbildung verzichten, wenn er Schritt halten will.

Wie stehen Sie zum Thema Ausbildung?

Frank Maurer: Wer für die Zukunft mit seinem Unternehmen gerüstet sein will, muss ausbilden. Allerdings sind die Anforderungen an die Bewerberinnen und Bewerber auf einen Ausbildungsplatz bei uns höher geworden. Das Berufsbild hat sich in den letzten Jahren verändert. Was früher Kraftfahrzeugmechaniker und Kraftfahrzeugelektriker waren, ist heute der Kraftfahrzeugme-chatroniker. Die Ausbildungszeit ist aber nach wie vor dreieinhalb Jahre. Was früher der Bü-rokaufmann in unserem Betrieb erledigte ist nach erfolgreichem Abschluß der Ausbildung heute die Automobilkauffrau oder der Automobilkaufmann. Speziell entwickelte Einstellungstests der Kfz-Innung können dem Bewerber bei seiner Vor-stellung helfen und zeigen dem Betrieb, ob der Schulabgänger für den gewünschten Ausbil-dungsberuf gut gerüstet ist oder nicht. Ohne Ausbildung geht es nicht. (yfe)

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