Frauen im Handwerk - Antje Hardes

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Frauen im Handwerk: Antje Hardes ist Friseurin und arbeitet in Freienhagen.

Friseurin Antje Hardes hat sich ihren Traum erfüllt. Seit gut einem Jahr hat sie ihren eigenen Salon im Waldecker Ortsteil Freienhagen. Die 33-jährige Netzerin ergriff die Chance zur Selbstständigkeit, als sie erfuhr, dass ihr Chef aus Altersgründen aufhören wollte.

„Du schaffst das schon“, ermunterte er sie ebenso wie ihre Familie, die sie voll unterstützt.

Um auch ohne Meisterbrief einen Friseursalon führen zu dürfen, ist ein so genanntes Ausübungsberechtigungsverfahren zur Eintragung in die Handwerksrolle gemäß Paragraph 7b der Handwerksordnung für das Friseurhandwerk notwendig. Sie absolvierte die Schulung, hatte ihre Sachkundeprüfung am 15. Dezember 2009 und erhielt ihre Zusage am 18. Dezember 2009.Innerhalb von 14 Tagen gab sie ihrem Salon ein neues junges Gesicht und nannte ihn „Haartissimo“.

Ihr Leben habe sich gewaltig geändert, sei jetzt ganz anders strukturiert, sagt Hardes. Ihr hilft zwar eine nette Angestellte, vieles müsse sie aber selbst erledigen. Der Alltag sei straffer organisiert. Freizeit mit der Familie sei kostbar. „Ich genieße jede freie Minute ganz bewusst“, sagt sie.

Frauen im Handwerk - Antje Hardes

Friseurin Antje Hardes

Aber sie bereut ihre Entscheidung keinen Moment. Hier auf dem Land hat sie zudem das Glück, alle Generationen zu ihren Kunden zu zählen. „Von der klassischen Dauerwelle älterer Damen über den Faconschnitt bei Jungen und Männern, der traumhaften Hochsteckfrisur für Feste bis hin zum ausgeflippten Wunsch nach einem Haar-Tatoo kann ich alles Erlernte anwenden.“ Individuelle Beratung wird groß geschrieben bei Antje Hardes. „Wie viel Zeit investiert jemand für die tägliche Haarpflege, welche Farben herrschen im Kleiderschrank vor, sind Allergien bekannt?“

Ein großes Thema während der Ausbildung sei Farblehre gewesen, sowohl der künstlerische als auch der chemische Bereich. Nicht nur der Farbkreis stand auf dem Stundenplan, auch Mathe, Chemie, Hautaufbau und mehr.

Ihre Kreativität komme ihr jetzt oft zu Gute, sagt sie. Unzählige Farbmischungen stelle sie her, oft sei Farb- und Typberatung gefragt. „Man kann unter anderem im Pulsbereich erkennen, welchem Hauttyp der Mensch vor einem angehört“, verrät sie. Dazu komme Wimpernfärben und Augenbrauenzupfen.

Hardes freut sich, dass immer mehr Kunden der Kopfhautpflege Bedeutung beimessen. Nach einer Hautdiagnose könne sie mit dazu beitragen, dass etwa durch geeignete Mittel Schuppen verschwinden.

„Männer gehen übrigens durchschnittlich alle sieben Wochen, Frauen alle zehn Wochen zum Friseur“, sagt sie. Nach ihren persönlichen Vorlieben gefragt, winkt sie ab. Gerne mache sie einmal etwas Verrücktes wie ein Haar-Tattoo.

Vor allem mag sie ihren Beruf, weil sie ein wenig dazu beitragen kann, dass Menschen sich gut, gepflegt und bestenfalls auch schön finden. (ztb)

Steckbrief Antje Hardes.pdf

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