Frauen im Handwerk - Kristina Ulrich

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Frauen im Handwerk: Malermeisterin Kristina Ulrich aus Twiste

Kristina Ulrich ist der weibliche Kumpel in der Männerrunde. Seit dem 23. August ist sie Meisterin im Maler- und Lackierer Handwerk und hat sich in ihrem Traumberuf durchgesetzt. Im Malermeisterbetrieb Göbel und auf den Baustellen, wo sie seit dem 1. April 2008 arbeitet, sei Qualifikation gefragt.

Natürlich hätten einige der rund vierzig Kollegen anfangs kurz „gestutzt“, als der neue Kollege eine Sie war, aber das habe sich schnell gegeben. Zumal sie auch im farbspritzerübersäten Overall nicht pingelig ist „Am Wochenende zeige ich gern auch meine weibliche Seite in einem Rock oder einer Bluse und schminke mich mal“, sagt sie lachend. „Unter der Woche aber gehört meine Berufskleidung genauso zu mir.“

Die 24-Jährige mag vor allem, dass „ich sehe, was ich gemacht habe“. An etlichen Häusern im Landkreis, deren Äußeres ihr gefalle, könne sie sagen. „Daran war ich beteiligt“.

Frauen im Handwerk - Kristina Ulrich

Malermeisterin Kristina Ulrich

Schon mit 13 Jahren war ihr klar, was sie werden wollte. Nach einer Ferienreise mit ihrer Tante, als sie heim kamen, hatte sie das entscheidende Erlebnis. In der Zwischenzeit hatten Maler ihr Haus komplett renoviert. „Das alte Haus sah total schön aus – neu und sauber – wie verzaubert“, erinnert sie sich. „Da wusste ich, das will ich auch machen und anderen Menschen solche Freude bereiten“.

Nach Beendigung der Schule 2005 absolvierte sie ihre Ausbildung in einem Betrieb in Twiste. Da sei viel Beziehung im Spiel gewesen, denn Handwerkerinnen seien in ihrem Beruf immer noch in der Minderheit. „In der Berufsschule war ich das einzige Mädchen unter acht Malern doch war ich sehr ehrgeizig und habe meine Gesellenprüfung als Innungssieger bestanden“. An der Kasseler Werkakademie für Gestaltung machte sie anschließend ihren Abschluss als Gestalterin im Handwerk.

Etwa zwanzig Bewerbungen verschickte sie davon kamen sechs zurück (vier Absagen und zwei Einladungen zum Vorstellungsgespräch). Ihr jetziger Chef sei sehr angetan gewesen, als sie von ihrem Wunsch, die Meisterprüfung zu machen, erzählte. Er stellte sie gern ein und unterstützte von Anfang an ihren Fortbildungswunsch. Man müsse als Frau sehr gut sein, um Chancen zu haben, sagt sie. Aber sie hat Verständnis, dass sich nicht jeder Betrieb in ihrem Metier eine Frau leisten kann. Kostenfaktoren wie etwa zusätzliche Toiletten auf größeren Baustellen spielten auch eine Rolle Zudem sollten die Jüngeren oftmals die älteren Arbeitnehmer unterstützen und das hieße vermehrt körperliche Schwerarbeit.

Sie mag die Vielseitigkeit ihres Handwerks. Als Maler- und Lackiererin streicht sie innen und außen Stein, Beton und auch Mauerwerk, klebt Tapeten und streicht diese auf Wunsch. Sie hat gelernt, Heizkörper und Fenster zu lackieren, kennt Farbeigenschaften, Formgebung und Farbreaktionen. Fußbodenbeläge gehören zur Ausbildung sowie Wärmedämmarbeiten und Trockenausbau. Der Kunde sei stets König und auch seine Wünsche haben erste Priorität sagt sie. Aber manchmal könne sie auch Vorschläge und Ideen bei einer Beratung einbringen beziehungsweise den Kunden und seine Wünsche zu einem erfolgreichen Ergebnis geleiten. (ztb)

Steckbrief Kristina Ulrich.pdf

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