Frauen im Handwerk - Ina Mander und Christina Mander-Malms

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Frauen im Handwerk: Christina Mander-Malms (Foto) und Ihre Schwester Ina Mander sind Orthopädieschuhmachermeisterinnnen.

Das geflügelte Wort, die Füße in die Hand zu nehmen, bekommt bei den Geschwistern Mander eine ganz neue Bedeutung. Zumindest für diejenigen, die sich für ihre Füße maßgefertigtes Schuhwerk bei Ina Mander (39) und Christina Mander-Malms (36) fertigen lassen.

Die Orthopädie-Schuhmacherinnen kombinieren in Gudensberg-Obervorschütz täglich handwerkliches Arbeiten mit medizinisch orthopädischem know-how im familieneigenen Betrieb mit über 40 Mitarbeitern.

Sie schaffen funktionelle Lösungen für problematische Situationen, die auch noch schöne anzusehen sind - dafür wird jeder Fuß genau untersucht und analysiert.

Frauen im Handwerk - Orthopädieschuhmachermeisterinnnen Ina Mander und Christina Mander-Malms

Orthopädieschuhmachermeisterinnen Ina Mander und Christina Mander-Malms

Ina Mander arbeitete nach abgeschlossener Berufsausbildung im elterlichen Betrieb, bevor sie nach einem Volontariat in Japan 1998 die Meisterschule absolvierte. Ihre Prüfungsarbeit wurde 1999 als beste fachpraktische Arbeit mit dem Förderpreis der Orthopädie- Schuhtechnik durch die Landesinnung Bayern ausgezeichnet. „Ich hatte mit 19 zwar noch keine genauen Vorstellungen über meinen künftigen Beruf, aber es sollte etwas sein, bei dem man nachher sehen und anfassen kann, was man getan hat“, sagt die Handwerkerin. Das sei ein toller Beruf, sie möge die Abwechslung, jeden Tag liege etwas anderes an: „Und man hat ganz oft ein direktes Erfolgserlebnis, weil man helfen kann.“

Große Freude macht Ina Mander die handwerkliche Arbeit, wenn sie beim Bau orthopädischer Maßschuhe an einer besonderen Formgebung des Leistens feilen kann, um diese möglichst gut aussehen zu lassen: „Vor allem diese Ausarbeitung macht mir Spaß – man verhilft einem anderen Menschen zu besserem Laufen und kann gleichzeitig kreativ tätig sein.“

Auszeichnung

Christina Mander-Malms erlernte den Beruf ebenfalls nach dem Abitur im elterlichen Betrieb, arbeitete einige Jahre im Familienbetrieb und erhielt nach der Meisterausbildung in Frankfurt/Main im Jahr 2000 ihren Meisterbrief. Ihre Prüfungsarbeit wurde durch die Handwerkskammer Frankfurt/Main mit einem 1. Preis für die beste gestalterische Leistung ausgezeichnet.

„Ich wollte immer einen Beruf erlernen, in dem ich mit Menschen, insbesondere mit Kindern, arbeiten und gleichzeitig handwerklich tätig sein kann“, erklärt die junge Frau, die inzwischen selbst Mutter zweier Kinder ist. „Für mich war die Berufswahl von Anfang an klar, weil man in diesem Handwerk beides miteinander verbinden kann.“

Täglich stünde sie vor neuen Herausforderungen, schon allein deshalb, weil jeder Mensch anders auf die Versorgung reagiere: „Und je schwieriger die Aufgabe ist, desto spannender wird die Arbeit. Wir bringen funktionale Verbesserung und Kosmetik zusammen.“ Das sei vor allem auch für junge Leute ganz wichtig - gut laufen können und doch, so weit es geht, unsichtbar zu lassen, dass Hilfsmittel getragen werden. (pcj)

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