Frauen im Handwerk - Maren Marställer

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Frauen im Handwerk: Maren Marställer bei Arbeiten an einem Motor.

Mit der Entscheidung nach dem Abitur eine Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin zu machen, hat sie ihr Umfeld überrascht. Doch mittlerweile hat sie alle Zweifler überzeugt und befindet nun bereits im letzten Jahr ihrer Ausbildung.

„Ich wollte mobil sein“, sagt Maren Marställer. Daher habe sie sich mit 15 Jahren ein Mofa gekauft. Doch das lief nicht immer so, wie es sollte. Da ihr niemand bei den Instandsetzungen helfen konnte, brachte sie sich daher selbst das Reparieren bei. Einmal gelernt, reparierte sie von diesem Zeitpunkt an ihre Mofas selbst. Gleichzeitig absolvierte sie ihr erstes Praktikum beim Autohaus Bloß in Großalmerode. „Das hat mir auf Anhieb gut gefallen“, berichtet die heute 21-Jährige. So sei sie nicht nur an das Reparieren von Autos herangeführt wurden, sondern habe auch viel von den Kollegen gelernt und so ihr Interesse an Autos entdeckt. In den folgenden Ferien machte sie deshalb immer wieder freiwillige Praktika im Autohaus Bloß. Nach dem Abitur entschied sie sich dann für ein Maschinenbau-Studium, um später einmal Autos entwickeln zu können. Doch das war ihr zu theorielastig. Daher überlegte sie nicht lange, als sie von Bernd Bloß das Angebot erhielt in seinem Betrieb eine Ausbildung zu machen, und wandte sich im Februar vergangenen Jahres der Praxis zu. Dass sie als Frau diese Ausbildung meistern kann, hätten ihr am Anfang viele nicht zugetraut, erzählt sie. Doch man müsse einfach ein gutes Selbstbewusstsein haben und beweisen, dass man es kann. Auf Grund ihres Abiturs und ihres angefangenen Studiums konnte sie direkt ins zweite Lehrjahr einsteigen. Die zusätzliche Arbeit, die daher auf sie zugekommen war, habe ihr keine Probleme bereitet, berichtet sie. Daher erreichte sie schnell sehr gute Noten und schloss auch ihre Zwischenprüfung im Sommer vergangenen Jahres gut ab.

Kfz-Mechatronikerin Maren Marställer (21) aus Melsungen

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Frauen im Handwerk: Maren Marställer bei Arbeiten an einem Motor. © Futh
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Der Reifen muss ab: Mit Hilfe dieser Maschine löst Maren Marställer den Reifen von der Felge. © Futh
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Standardarbeiten bei einer Inspektion: Maren Marställer beim Ölstandmessen. © Futh
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Hebebühne: Auch unter dem Auto fallen für Maren Marställer häufig Arbeiten an. © Futh
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Alles passt: Reifenwechseln gehört zu den regelmäßigen Aufgaben Maren Marställers. © Futh
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Technik: Maren Marställer beim Erstellen einer Diagnose eines Motortests. © Futh

Wenn sie im Betrieb ist, ist sie neben Reparaturen vor allem mit Inspektionen und Reifenwechsel beschäftigt. Am liebsten widmet sie sich der Motorinstandsetzung und der Karosserieinstandsetzung. Ab und zu fehlt ihr allerdings auch die Kraft, daher sagt sie: „Man muss bereits sein, andere um Hilfe zu bitten“. Zudem sei sie mit ihren 1,66 Metern für bestimmte Arbeiten zu klein. Doch Tipps und Tricks und ihre hilfsbereiten Kollegen helfen ihr, diese Schwierigkeiten zu umgehen. Wenn man dazu bereit ist, andere um Hilfe zu bitten, kann sie sich vorstellen, dass zukünftig noch mehr Frauen in ihrem Beruf tätig sein könnten, denn das Interesse sei da.

Da sie ihre Ausbildungszeit auf zwei Jahre verkürzt hat, wird sie diese kommenden Winter abgeschlossen haben. Dann will sie sich wahrscheinlich doch noch einmal an einem Studium versuchen. Trotz regelmäßigem Training sei die Arbeit in der Werkstatt auf Dauer nämlich doch sehr anstrengend. (zsf)

Internet: www.autohaus-bloss.com

Steckbrief Msren Marställer.pdf

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