Frauen im Handwerk - Sonja Hülsdonk

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Frauen im Handwerk: Sonja Hülsdonk ist Uhrmacherin und arbeitet in Korbach.

Uhrmacherin Sonja Hülsdonk liebt ihr Handwerk. Vor allem, weil viel technisches Verständnis gefragt ist. Wo andere nur eine Unmenge an winzigen Drähten und gezackten Rädchen sehen, behält sie mit geübtem Blick die Übersicht.

Obwohl: „Manchmal dauert es ganz schön lange, eine Uhr zu reparieren“, sagt sie. „Vor allen Dingen die alten Schätzchen, die haben es in sich.“ Bei Uhrmachermeister Andreas Küthe in Korbach, wo die 33-Jährige seit 2009 arbeitet, werden immer wieder neben modernen Uhren auch alte zur Reparatur abgegeben. Ein besonders schönes Stück hat sie gerade wieder zum Laufen gebracht. Die Uhr sei etwa 150 Jahre alt, habe noch ein Zifferblatt und Platinen aus Holz und einen Hanfseilantrieb. Das Uhrmacherhandwerk ist der Zweitberuf der gebürtigen Detmolderin. Nach dem Abitur absolvierte sie zuerst eine Ausbildung zur Fachkraft Süßwarentechnik. „Das war wie Schlosser, Bäcker und Konditor zusammen“, sagt sie. „Ich weiß nun, wie beispielsweise Gummibärchen hergestellt werden“.

Frauen im Handwerk - Sonja Hülsdonk

Uhrmacherin Sonja Hülsdonk

Nach vier anschließenden Semestern Lebensmitteltechnologie wusste sie aber: „Das ist nicht meine Zukunft“. Sie überlegte genau, was sie zukünftig gerne machen würde. Technik sollte unbedingt an erster Stelle stehen: „Ich habe schon als Kind gern alles mögliche auseinander genommen und repariert“ – Künstlerische Fähigkeiten und Kreativität sollten eher nicht gefragt sein. Pragmatisch recherchierte sie alle nur denkbaren Möglichkeiten und stieß „an einem Freitag, den 13.“ glücklicherweise auf den Handwerksberuf Uhrmacher.

Sie erhielt die letzte Ausbildungsstelle in ihrer Umgebung in Nordrhein-Westfalen in dem heutzutage eher seltenen Beruf und absolvierte von 2002 bis 2005 ihre Ausbildung. Sie lernte das Innenleben von Wanduhren, auch Heimuhren oder Regulatoren genannt, kennen, bis hin zu Standuhren und Armbanduhren. Festgestellt hat sie, dass „sich gar nicht soviel verändert hat im Laufe der Jahre“. Das fasziniere sie an ihrem Handwerk. Feinmechanik sei groß geschrieben, sagt die Tüftlerin. Die Teile, vor allem in den Armbanduhren, seien winzig. Da geht sie auch schon mal mit Lupe an die Arbeit. Wenn ein Ersatzteil für die alten Uhren nicht mehr zu bekommen ist und alle kollegialen Verbindungen zu anderen Uhrmachern in der Region ausgeschöpft sind, greift sie zum Werkzeug und stellt auch selbst eine Welle her. Das Arbeiten an der Werkbank wie Feilen, Drehen, Bohren gehörte zur Ausbildung.

Nach ihrer Prüfung blieb sie als Gesellin eine Zeitlang im Lehrbetrieb, bis die Werkstatt ausgelagert wurde. Sonja Hülsdonk war froh, im Uhrenfachgeschäft Vogell in Korbach bei Andreas Küthe nach einjähriger Suche bundesweit eine Anstellung gefunden zu haben. Das Team sei toll, das Klima prächtig, schwärmt sie. Auch umgezogen ist sie mittlerweile. Sie liebt die beiden Seiten ihrer Arbeit: „Hier im Geschäft der Kundenkontakt, die Gespräche – dahinter in der Werkstatt das Sitzen und Tüfteln, bis der Fehler gefunden ist und die Uhr wieder läuft“. (ztb)

Steckbrief Sonja Hülsdonk.pdf

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