Frauen im Handwerk - Ulrike Weise

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Frauen im Handwerk: Ulrike Weise aus Waldkappel ist mit 26 Jahren schon Dachdeckermeisterin.

„Man muss echt fit sein“, sagt Ulrike Weise über die Herausforderungen ihres Berufs. Die 26-Jährige ist Dachdeckermeisterin im elterlichen Betrieb und weiß, wie körperlich anstrengend ihr Beruf ist. Ohne ein paar Muckis ist beim Gerüstbau und dem Tragen von Ziegelpaketen nichts zu machen.

Doch für sie ist es der richtige Beruf. Das hat sie schnell gemerkt, nachdem sie es zunächst mit einer Büroausbildung versucht hatte. „Das wollte ich nicht für mein Leben, ich wollte was Praktisches und da bin ich gut aufgehoben“, berichtet sie heute. Da sie den väterlichen Betrieb in Fürstenhagen sowieso von klein auf kannte und als Jugendliche sogar schon dabei geholfen hatte einen Pferdestall zu bauen, kam sie so auf die Idee, statt der Büroausbildung erst einmal ein Praktikum im Dachdeckerbetrieb zu machen. Das hat ihr so gut gefallen, dass sie sofort die Ausbildung angeschlossen hat.

Frauen im Handwerk - Ulrike Weise

Dachdeckermeisterin Ulrike Weise (26) aus Waldkappel

Ab 2005 absolvierte sie diese im väterlichen Betrieb. Als sie damals als einzige Frau in ihre Berufsschulklasse gekommen sei, hätten zwar einige zuerst gefragt: „Was will die denn hier?“, doch sie habe sich nicht unterkriegen lassen, denn die Ausbildung habe ihr immer viel Spaß gemacht, erzählt sie. So legte sie im zweiten Lehrjahr ihre Gesellenprüfung ab und nach einem Jahr im Betrieb durchlief sie als einzige Frau auf ihrer Schule die Meisterausbildung, die sie schließlich im April vergangenen Jahres ablegte.

Seitdem ist sie nun im Betrieb ihres Vaters tätig. Mit ihm teilt sie sich die organisatorischen Arbeiten und Aufgaben und kann somit immer auf die Erfahrung ihres Vaters zurückgreifen. So ist sie heute neben der Arbeit auf dem Bau mit ihrem Vater gemeinsam für die Aufnahme von Aufträgen und die Angebotserstellung zuständig. „Es macht echt Spaß mit den Eltern zu arbeiten“, sagt sie, denn neben ihrem Vater ist auch ihre Mutter im Büro der Firma tätig. Bei der Arbeit habe sie sich von Anfang an mit allen gut verstanden. Zwar sei sie auch mal komisch angeschaut worden, doch man müsse sich einfach durchsetzen und wissen, wie man mit den Männern auf dem Bau zu reden habe und dabei kein Blatt vor den Mund nehmen, erzählt sie. Auch seien am Telefon einige Kunden erst einmal verwundert gewesen, doch diese hätten sich schnell auf eine Frau als Meisterin eingelassen.

Heute arbeitet sie selbst neben der Beratung, Angebotserstellung und Organisation der Baustelle sowohl bei der Behebung von Schäden, bei Wärmedämmungen, Neueindeckungen, Flachdacharbeiten und Schieferarbeiten mit. Neben dem Umgang mit dem Kunden machen ihr auf der Baustelle besonders Schieferarbeiten großen Spaß. Zudem will sie sich als Energieberaterin fortbilden, damit sie zukünftig auch im Solar- und Photovoltaik-Bereich beraten kann. (zsf)

Steckbrief Ulrike Weise.pdf

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