Mit Lust statt Frust durchs Leben

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Obermeister Holger Richter (links), Vorstandsmitglied Marc Döring und Lehrlingswart Gerdfried Goßmann mit den Gesellen Martin Heurer und Marco Köster.

Bei der Maler- und Lackierer-Innung Hofgeismar-Wolfhagen hat es Tradition: Die Überreichung der Gesellenbriefe an den Nachwuchs wird stets von einem unterhaltsamen Rahmenprogramm begleitet. In diesem Jahr lud die Innung ihre Gesellen, Mitglieder und deren Familien zu einer Kanutour auf der Diemel ein.

Im Herrenhaus Schumacher in Trendelburg erfolgte anschließend die feierliche Gesellenfreisprechung bevor man sich in lockerer Runde am Grill versammelte.

In seiner Rede, die unter dem Motto „Lust statt Frust“ stand, beglückwünschte Obermeister Holger Richter die Gesellen zu ihrer Leistung. „Ich wünsche Ihnen Lust und Laune für Ihr Leben. Und Ihnen als Maler natürlich ein farbiges Leben“. Er rief die Gesellen dazu auf, die beruflichen und privaten Herausforderungen mit Lust anzugehen und nicht als Last zu empfinden.

In vielen Ländern der Erde sind Menschen verzweifelt, weil sie unter Unfreiheit, Flucht oder Hungersnöten leiden. Auch in den europäischen Nachbarstaaten haben viele junge Menschen kaum Perspektiven. Holger Richter: „Warum sind auch hier bei uns, die wir das Glück haben, unter den besten Bedingungen zu leben, so viele Menschen missmutig? Aus enttäuschter Erwartung oder unerfüllten Wünschen?“ Der Obermeister rief die Gesellen dazu auf, nicht passiv zu warten, sondern Lust auf eigene Leistung zu entwickeln und sich selbst zu fordern. „Die Bedingungen dafür sind gut! Entwickeln Sie dazu Ihre Visionen und Wünsche, die Sie sich selbst erfüllen können und formulieren Sie Erwartungen, denen Sie selbst genügen, statt anderen etwas abzuverlangen.“

Man solle sich auch davor hüten, Arbeitswelt und Privates zu strikt zu teilen. „Der Job lästig, die Freizeit lustig – wer sein Leben so aufteilt, wird freilich oft mehr Frust als Lust erfahren.“ Besser wäre es, alles, was man tut, gerne zu tun. So gut, dass man sowohl bei der Arbeit Lust als auch am Ergebnis Spaß hat. „In einem gestalterischen Handwerk wie dem unseren, in dem jeder Tag etwas Neues bringt, und man die fertige Arbeit als Ganzes sehen kann, ist das eher möglich als anderswo.“ Die jungen Menschen sollten ihr Leben als Ganzes begreifen und nicht aufteilen – „weder in Arbeitszeit und Freizeit, noch in die Zeit vor oder nach der Rente“. So könne man das Leben zwischen Anspannung und Entspannung meistern, die Lust erhalten und den Frust mindern.

Im Beisein des stellvertretenden Obermeisters Peter Rettberg, Ehrenobermeister Georg Kühne und Lehrlingswart Gerdfried Goßman überreichte der Obermeister dann die Gesellenbriefe an Martin Heurer (Ausbildungsbetrieb Erich Roland, Wolfhagen), Marco Köster (Jens Kloppmann, Trendelburg) und Patrick Taberne (Rene Groß, Wolfhagen). (nh)

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