Friseur-Gesellin Ellen Wille arbeitet seit über 40 Jahren in ihrem Handwerksberuf

„Wollte nie die Alte sein“

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Ein eingespieltes Team: Friseurmeisterin Sabine Weißmann-Ellies (links) und ihre Mitarbeiterin Ellen Wille, die seit 40 Jahren im Familienbetrieb in Hillerse arbeitet.

„Sie ist eine Mitarbeiterin, auf die ich gar nicht mehr verzichten will.“ Sabine Weißmann-Ellies, Friseurmeisterin und Inhaberin des gleichnamigen Salons in Hillerse, legt ihren Arm um die Schultern ihrer Mitarbeiterin Ellen Wille. Die beiden sind ein eingespieltes Team. Und das schon seit vielen Jahren.

Seit 40 Jahren arbeitet Ellen Wille in dem Friseursalon in ihrem Traumberuf – in einigen Jahren wird die jetzt 59-Jährige in den Ruhestand gehen. Doch darüber wollen weder die Friseurgesellin noch ihre Chefin nachdenken.

Dass eine Mitarbeiterin im Friseurhandwerk vier Jahrzehnte in einem Betrieb arbeitet, ist laut Sabine Weißmann-Ellies eher eine Seltenheit: „Unser Beruf ist so schnelllebig geworden, die Mode ändert sich ständig.“

Konkurrenzkampf

Die Salon-Inhaberin, die das Geschäft 1992 von ihrem Vater Willi übernahm, hat im Laufe der Jahre schon viele Mitarbeiter kommen und gehen gesehen: „Ellen hat es immer geschafft, im Konkurrenzkampf mit den oft viel jüngeren Mitarbeiterinnen zu bestehen. Weil sie immer offen für Neues war und ist“, lobt Sabine Weißmann-Ellies.

Darum sei es auch kein Wunder, dass viele Kundinnen bereits seit 30 oder 35 Jahren nur von Ellen Wille betreut werden wollen. „Sie mögen einfach ihre Kreativität“, sagt die Chefin. Ellen Wille selbst hat einen weiteren Grund für ihr Durchhaltevermögen: „Ich wolle selber immer mit den Jüngeren mithalten und nie die „Alte“ im Salon sein.“

Darum sage sie auch jedem Berufsanfänger, dass man das Friseurhandwerk „nicht einfach nur so“ machen kann. „Man muss es lieben und immer bereit sein, neue Dinge anzunehmen.“

Frust und Ärger

Es habe natürlich auch immer wieder Tage gegeben, an denen sie frustriert war oder sich geärgert hat, über die Kollegen oder die Kunden. Doch natürlich ist sie auch am nächsten Morgen wieder nach Hillerse zur Arbeit gefahren: „Ich liebe meinen Beruf und würde ihn immer wieder ergreifen.“ Das Friseurhandwerk sei nach ihren Worten eben viel mehr als nur Haare schneiden. „Und nebenbei bin ich auch noch Psychologin, Sozialarbeiterin und Paartherapeutin“, fügt sie mit einem Grinsen hinzu.

Schon im Alter von sechs Jahren war der heute 59-Jährigen klar: „Ich werde Friseurin.“ Regelmäßig habe sie als Kind ihre Mutter beim Friseurbesuch in Northeim begleitet: „Ich war total fasziniert von der Atmosphäre im Salon. Und von dem Geruch der Dauerwellen-Flüssigkeit“, erzählt sie mit einem Lachen. Als sie ihrem Vater damals allerdings offerierte, dass sie unbedingt Friseurin werden will, war der absolut dagegen. „Ich sollte Sekretärin werden, etwas Vernünftiges.“

Doch Ellen setzte ihren Kopf durch und suchte sich nach der Schule auf eigene Faust einen Ausbildungsplatz. Nach der dreijährigen Ausbildung folgte dann 1974 der Wechsel nach Hillerse in den Salon von Willi Weißmann, dem Vater ihrer heutigen Chefin. Dem Familienbetrieb ist sie bis heute treu geblieben.

In ihrer Freizeit ist die Schnedinghäuserin übrigens ebenfalls kreativ: Neben dem Engagement in der Kirche töpfert sie sehr gerne und praktiziert Reiki, außerdem fährt sie sehr gern Fahrrad und im Winter Ski. (Kathrin Plikat)

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