Von den goldenen „Zwanziger Jahren“ bis heute

Frisuren im Wandel der Zeit

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Damals war’s: Der Motivwagen beim Festzug in Röhrda zeigt eine Szene aus den Friseursalons der 1960-Jahre.

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerkes gibt zweimal jährlich Richtlinien heraus, die die zukünftigen Frisurentrends bestimmen.

Schon früher gab es solche Trends. Wir erinnern uns: In den 20er-Jahren sorgte der Kurzhaarschnitt für heftige Diskussionen. Er war das Zeichen für Gleichberechtigung in Familie und Gesellschaft und wird noch heute mit Namen wie Coco Chanel verbunden. Mit Beginn der 30er-Jahre wurden die Haare wieder länger, klassisch-antik angelehnte Frisuren standen im Mittelpunkt. Besonders zu erwähnen ist die sogenannte Olympiarolle. Der Zweite Weltkrieg erfordert praktische Frisuren: Zöpfe, Netze und Kopftücher bestimmten das Bild. Ende der 40er-Jahre erfuhr die Dauerwelle (die gibt es schon seit 1906) ein Comeback, die Locken wurden halblang und schwingend getragen.

In den Fünfzigern verließ kaum eine Frau das Haus ohne aufwendig hochtoupierte Haare. Mit Vorliebe versuchte man zudem, die Frisuren von bekannten Filmschauspielern, Musikern und anderen Prominenten zu kopieren. Einer der am meisten verehrten Stars dieser Zeit war die Schauspielerin Romy Schneider, die als österreichische Kaiserin „Sissy“ in den Kinos Millionen verzauberte. Männer trugen natürlich die Elvis-Tolle oder gegen Ende des Jahrzehnts langes Haar à la Woodstock. Danach hielten mit den Beatles die Pilzköpfe Einzug in Deutschland. Der totale Kontrast zu schmachtenden Farah-Fawcett-Locken waren in den 70er-Jahren die für viele schockierenden und bunten Punk-Frisuren und Irokesenschnitte, mit denen die Jugend gegen das Establishment rebellierte. Zehn Jahre später gehörten sie zum ganz normalen Bild in den Städten.

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Erinnern Sie sich noch an den Afro-Look? Auch er gehört in diese Zeit. In den 80ern trugen Herren dann Vokuhila (vorne-kurz-hinten-lang), gute Beispiele hierfür sind Dieter Bohlen und Rudi Völler. Die Damen trugen zu dieser Zeit lieber voluminöse Fönfrisuren, für die viel Haarspray verbraucht wurde.

Mit dem Aufbruch in das neue Jahrtausend revolutionierte sich die Frisurenmode. Traditionelle Haarschneidekunst wurde mit modernem Haardesign kombiniert. Die Zeit der ungezähmten Experimentierfreudigkeit der Neunziger war vorbei. Von der Kurzhaarmode bis hin zum Pagenkopf zeigte sich die Palette der Frisuren abwechslungsreich und bot viele Stylingmöglichkeiten.

Zurzeit dominieren runde Formen, der Bob aus den Zwanzigern ist wieder da. Im Sommer greifen die Damen gern zu buntbedruckten Tüchern, die als Bandana, Turban oder Stirnband getragen werden. Dazu passt auch der lange Rundpony (siehe Michelle Obama). Kreative Flechtfrisuren oder kunstvoll arrangierte Hochsteckfrisuren liegen voll im Trend. (al)

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