Fünf wandernde Handwerkergesellen machten Station auf Burg Ludwigstein

Drei Jahre fern der Heimat

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Als Wandergesellen auf der Burg Ludwigstein: die Tischlerin Kirsten (29, von links), der Klempner Julian (20) und der Schmied Ernst (29).

Exakt drei Jahre und einen Tag müssen sie zu ihrem Heimatort einen Abstand von mindestens fünfzig Kilometern halten. So will es ein ungeschriebenes Gesetz für Wandergesellen, von denen es weltweit zwischen 500 und 600 gibt.

Fünf von ihnen – ein Klempner, zwei Schmiede, ein Schlosser und eine Tischlerin – machten soeben Station auf der Burg Ludwigstein, stellten dort schmiedeeiserne Treppengeländer her und bauten Kellerfenster ein.

Der Klempnergeselle Julian Höft stammt aus Stade. Seit 14 Monaten ist der 20-Jährige unterwegs und erfüllt auch alle anderen Voraussetzungen, die an Wandergesellen gestellt werden: Sie müssen schuldenfrei, unverheiratet, kinderlos und nicht älter als 30 Jahre sein.

Seinen Lebensunterhalt bestreitet Julian, wie auch die 29-jährige Tischlerin Kirsten aus dem rheinischen Blankenheim und der gleichaltrige Ernst aus der Nähe von Dresden, mit handwerklichen Arbeit zu ortsüblichen Tarifen. Hotels sind tabu. Übernachtet wird meistens unter freiem Himmel, „bei Regen auch mal in einem Müllcontainer“, lacht Julian.

„Wir arbeiten, um zu reisen, und reisen, um zu arbeiten“, so die Philosophie der Wandergesellen. Für den nächsten Winter hat sich Julian etwas ganz Besonderes vorgenommen. Dann will er nach Südamerika aufbrechen, um Spanisch und Portugiesisch zu lernen und, fügt er erwartungsfroh hinzu, „den Karneval in Rio zu erleben“. Ob die Wandergesellen denn irgendwelchen Kontrollen unterlägen, wollten wir wissen. „Nein“ kommt es wie aus der Pistole geschossen. Das, so Julian, „ist eine Sache der Ehre“. (zcc)

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