Gerhard Bax: „Ausbildung ist ein großes Anliegen“

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Gerhard Bax, Obermeister der Innung Metall Schwalm-Eder

Gerhard Bax, Obermeister der Innung Metall Schwalm-Eder, stand im Interview Rede und Antwort.

Wie beurteilen Sie die Lage im Metall-Handwerk in unserer Region?

Gerhard Bax: Die Betriebe der Metall-Innung Schwalm-Eder sind mit der derzeitigen Auftragslage ganz zufrieden. Sie sind wieder gut aufgestellt nach den letzten zwei bis drei sehr schwachen Jahren.

Überall wird von einem Fachkräftemangel gesprochen. Wie sieht das in Ihrem Bereich aus?

Metall-Handwerk - Azubis der Radko Stöckl Schule in Melsungen

Azubis an der Radko Stöckl Schule in Melsungen - Metall-Handwerk

Gerhard Bax: Auch wir im Metall-Handwerk sind davon betroffen. Seit einigen Jahren fehlen uns die geeigneten Auszubildenden. Das heißt, wir haben nicht mehr genügend ausbildungsfähige Bewerber, wie sie für die Metallberufe gefordert werden. Hier müssen wir aktiv werden, um die Nachwuchskräfte nicht zu verlieren. Die guten Leute wandern sonst in die Industrie ab, statt in die kleine Handwerksbetriebe zu gehen. Das Problem wird zukünftig noch größer werden, wenn immer weniger junge Menschen auf den Arbeitsmarkt kommen.

Wo genau muss Ihrer Meinung angesetzt werden, um diesen Trend entgegenzuwirken und was wird hierfür seitens der Metall-Innung getan?

Gerhard Bax: Die Ausbildung ist uns ein großes Anliegen. Vor Jahren haben wir im Metall-Handwerk unsere Facharbeiter noch selbst ausgebildet. Das machen wir auch heute noch, aber es wird zunehmend schwieriger. Die Probleme, mit denen wir heute zu kämpfen haben, liegen vielfach im Bereich der Schulbildung. Gewisse Qualifikationen müssen einfach vorhanden sein, um in der Berufsausbildung darauf aufzubauen. Das heißt, es muss schon früher – vor der Ausbildung – angesetzt werden. Daher nehmen wir auch die Politiker mit ins Boot, um Unterstützung seitens der Landesregierung zu erhalten. Daneben muss auch das Elternhaus dahinterstehen. Wenn sich die Eltern abwenden oder die Ausbildung nicht unterstützen, weil der Jugendliche beispielsweise schon volljährig und damit für sich selbst verantwortlich ist, kann das nicht funktionieren. Seitens der Innung haben wir gemeinsam mit dem Schwalm-Eder-Kreis bereits zahlreiche Aktionen durchgeführt, um Jugendliche an Handwerskberufe heranzuführen. Zudem gehen wir in die Schulen, um das Metall-Handwerk den Schülerinnen und Schülern direkt vorzustellen. Leider müssen wir jedoch vermehrt feststellen, dass seitens der Jugendlichen kaum Interesse daran besteht. Dabei bietet das Metall-Handwerk verschiedene Berufsfelder mit viel Entwicklungsspielraum. In vielen Bereichen geht heute nichts ohne das Metall-Handwerk Auch in unserer Region sind wir mit unseren 47 Mitgliedsbetrieben der Metall-Innung breit aufgestellt. (ynd)

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