Gesellen-Freisprechung der Zimmerer-Innung Kassel

Traditions-Handwerk ganz modern

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Obermeister Peter Hellmuth (2. von links) im Kreise der neuen Zimmerer-Gesellen.

Als Obermeister Peter Hellmuth den jungen Männern in „Kluft“ ihre Gesellenbriefe überreicht, klicken Digitalkameras, wird der feierliche Moment mit Handys festgehalten. Kaum eine Handwerker-Innung kann eine derart lange Tradition so eindrucksvoll mit der Moderne verbinden, wie es die Zimmerleute tun.

Zur Gesellenfreisprechung trafen sich jetzt die Mitglieder der Zimmerer-Innung Kassel am Bundesbildungszentrum (BUBIZA) in der Kasseler Werner-Heisenberg-Straße. Die Freisprechung erfolgte im Rahmen eines Sommerfestes, zu dem auch die Angehörigen und Freunde der neuen Gesellen eingeladen waren.

Während im Hintergrund der Grill angeheizt wurde und kühle Getränke die Runde machten, gab Obermeister Peter Hellmuth einen kurzen Abriss über die Historie der Zimmerleute, die Spezialisierung alter Handwerksberufe und über die Zünfte. Aus- Fort und Weiterbildung haben einen hohen Stellenwert. Der Leistungswettbewerb hat eine besondere Bedeutung. Auch im Zimmererhandwerk gibt es eine EM und eine WM der Zimmerer . „Die Mannschaft wird jährlich neu zusammengesetzt“, so Peter Hellmuth. „Wenn die jungen Gesellen neu in die Zimmerer-Nationalmannschaft aufgenommen werden, haben sie schon einen langen Weg der Qualifizierung hinter sich. Sie haben mehrere Wettbewerbe auf Innungs-, Kammer- und Landesebene gewonnen und gehörten bei der Deutschen Meisterschaft zu den Besten ihres Jahrgangs.“ Die Meisterschaften sind modernen Ursprungs, andere Bräuche führen dagegen weit in die Vergangenheit zurück. Die Zimmerleute sind im heutigen Bauhandwerk eine der wenigen Berufsgruppen, die noch sehr viel Wert auf ihre Traditionen legen, insbesondere auf die Wanderjahre, die „Walz“. Kluft der Wanderburschen der Zimmerer ist Manchesterjacket und -weste, Schlapphut, Stenz und Bündel.

Von allen Handwerken stellen die Zimmerer heute mit Abstand die meisten Wandergesellen. Und ihr Berufsbild ist gefragter denn je, der Rückgriff auf den Naturwerkstoff Holz und ökologische Aspekte machen’s möglich. „Kurzum, Sie haben eine gute, zukunftsweisende Berufswahl getroffen“, so Peter Hellmuth.

Anschließend gratulierte er den jungen Männern zu ihren Leistungen und überreichte die Gesellenbriefe. Gratulationen kamen auch von Friedrich Brauner, Ehrenobermeister der Zimmerer-Innung Kassel und Vorsitzender der Bundesfachschule des Deutschen Zimmererhandwerks Johannes Schwarz, Vize-Präsident der Handwerkskammer Kassel und von Erich Horbrügger, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Kassel. .Der Kaufunger Lars Rippel (Ausbildungsbetrieb Holzbau Batz GmbH, Kaufungen) wurde als Innungssieger besonders geehrt, er erhielt von der Innung ein Buchgeschenk.

Für die Teilnahme am praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend haben sich neben Lars Rippel qualifiziert:

  • Jan Appenrodt, Kassel: Ausbildungsbetrieb Zimmerei Karl-Heinz Meyer, Immenhausen-Holzhausen
  • Nils Kleinhans, Wolfhagen: Ausbildungsbetrieb Helmut Kleinhans, Wolfhagen
  • Jonas Langhuth, Söhrewald: Jürgen Langhuth, Lohfelden

Die erfolgreichen Prüfungsteilnehmer

  • Appenrodt, Jan aus Kassel: Ausbildungsbetrieb Karl-Heinz Meyer (Immenhausen-Holzhausen)
  • Becker, Uwe aus Wehretal: Holzbau Hendrich GmbH (Fuldabrück)

  • Celiker, Baris aus Spangenberg: Schellhorn Bodo und Fuhrmann Peter (Kassel)

  • Heß, Moritz aus Baunatal: BJH Berufs- und Jugendhilfe Bad Hersfeld GmbH (Kassel)

  • Kleinhans, Nils aus Wolfhagen: Helmut Kleinhans (Wolfhagen)

  • Knetsch, Tim aus Zierenberg: Schellhorn Bodo und Fuhrmann Peter (Kassel)

  • Langhuth, Jonas aus Söhrewald: Jürgen Langhuth (Lohfelden)

  • Mausberg, Raju aus Witzenhausen: Armin Trapp und Mathias Siemon (Kassel)

  • Rippel, Lars aus Kaufungen: Holzbau Batz GmbH (Kaufungen)

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