Vom Glück des Schmieds

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Heiße Eisen im Feuer: Lutz Milferstedt (links) hat die Eichenschmiede übernommen. Der frühere Schmied Heinrich Schmittmann (rechts) freut sich über einen Nachfolger.

Lutz Milferstedt strahlt: Mit der Nieder- Enser Schmiede hat der 30-Jährige endlich das passende Domizil gefunden. Hier kann er neben seinem geliebten Nebenerwerb, dem Schmieden, bald auch Seminare anbieten Das war in seiner alten Schmiede in Meineringhausen nicht möglich.

Der gelernte Industriemechaniker schmiedet in erster Linie historische Waffen und Gebrauchsgegenstände wie Messer. Das tut er mit einer Präzision, die ihm Kunden aus ganz Europa bringt. „Wer die Augen offen hält“, sagt er, „findet noch viele Schmieden in der Gegend“. Nur leider sei der Schrottpreis momentan sehr hoch, so dass viele das „alte Gerümpel“ lieber verkaufen. Milferstedt möchte dazu beitragen, das alte Handwerk zu erhalten und wieder bekannter zu machen. Ab November bietet er deshalb Schmiedeseminare an. Einmal für Anfänger, um die „Lust am Schmieden“ zu wecken. An zwei Tagen könne man in einer kleinen Gruppe das Handwerk kennen lernen. Dazu gehöre Werkkunde und Werkstoffkunde wie etwa die Unterscheidungsmerkmale von Stahl und Eisen und ihre physikalischen Eigenschaften. Aber natürlich komme die Praxis nicht zu kurz.

Vom selbst geschmiedeten Nagel bis hin zum Kerzenständer oder Garderobenhaken könne jeder ein geschmiedetes Teil mit nach Hause nehmen. „Mir ist wichtig, zu zeigen, dass das Schmiedehandwerk ein interessanter und lebendiger Beruf ist“. Fortgeschrittene seien auch willkommen. Mit ihnen möchte er sich auch an komplizierte Stücke wagen. Aber auch diejenigen, die einfach mal hinter die Kulissen schauen möchten, können nach Absprache vorbeikommen.

Zu sehen gibt es historische Maschinen wie eine alte mechanische Säge oder eine Bohrmaschine mit Handkurbel. Der ehemalige Schmied Heinrich Schmittmann freut sich, dass nun ein junger Schmied den altertümlichen Hammer schwingt, mit dem er selbst noch die Pflugschar geschärft habe.

Der 96-Jährige sagt, dass die Schmiede bereits im Jahr 1650 erwähnt wurde. Er selbst machte seine Lehre 1929 und war in Nieder-Ense und auch in den Nachbardörfern als der „Eichenschmied“ bekannt. Vorwiegend seien Pferde beschlagen, landwirtschaftliche Geräte gebaut und auch repariert worden, sagte Schmittmann. (ztb)

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