Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker spricht 81 junge Gesellen frei

Großer Bahnhof für den Handwerkernachwuchs

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Freisprechung und Aufbruch in die Zukunft: Bis auf den letzten Platz besetzt war die große Halle der Lehrbaustelle, als der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg, Dirk Bohn (links), die Anwesenden begrüßte und auf die aktuelle Lage des Handwerks und die guten Berufsaussichten der Jung-Gesellen einging.

Es kommt nicht allein darauf an, wie viele junge Leute Abitur machen oder einen Master-Studiengang absolvieren. Genauso wichtig ist es, dass es Frauen und Männer gibt, die zupacken – die ein Auto reparieren und im Winter, wenn die Heizung ausgefallen ist, dafür sorgen, dass es wieder warm wird.

Das war die Quintessenz der Ansprachen der Festredner bei der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg, die auch diesmal wieder auf der Lehrbaustelle in Bebra stattfand. 81 junge Gesellinnen und Gesellen hatten sich mit Ausbildern, Lehrern, Eltern und Geschwistern auf den Weg gemacht, um von Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker von den Verpflichtungen des Lehrvertrages freigesprochen zu werden und das Zeugnis über die bestandene Gesellenprüfung in Empfang zu nehmen.

Wie es seine Art ist, sparte Stöcker nicht mit Lob für die Leistungen der ehemaligen Auszubildenden. Er stellte aber auch heraus, dass die Kreishandwerkerschaft mit dem Berufsbildungszentrum Metall in Bad Hersfeld und der Lehrbaustelle in Bebra sehr gut aufgestellt sei – durchaus im Gegensatz zu manchen staatlichen Einrichtungen, die es – wie zuletzt die Abteilung Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik des Regierungspräsidiums Kassel – fast regelmäßig nach Hünfeld oder Fulda ziehe.

„Mit ihrer Ausbildung haben Sie den Grundstein für eine gute berufliche Zukunft gelegt. Fachkräfte wie Sie sind sehr gefragt, und seien Sie sicher: In Zukunft wird sich diese Nachfrage noch steigern!“, rief der Bebraer den jungen Leuten zu. Er ermunterte sie, das Bestehen der Prüfung nicht als das Ende des Lernens anzusehen. Es gelte, Fort- und Weiterbildungsangebote zu nutzen und sich den Traum vom eigenen Betrieb zu erfüllen.

Auszeichnung der Besten

Zusammen mit den Lehrern und Innungsobermeistern zeichnete Stöcker als Jahrgangsbeste mit Innungsgutscheinen aus: die Bäckerin Martina Roth aus Rotenburg, den Maurer Martin Möller aus Alheim, den Zimmerer Arne Sippel aus Rotenburg, den Straßenbauer Mario Reidelbach aus Haunetal, den Tischler Maximilian Markus aus Rotenburg, die Bäckereifachverkäuferin Sabrina Manuela Gerstacker aus Bad Hersfeld, den Kraftfahrzeugmechatroniker Hendrik Schneider aus Niederaula, den Hochbaufacharbeiter Pascal Vogt aus Bebra und die Friseurin Dominique Friedl aus Rotenburg. Fast alle Genannten wurden darüber hinaus von der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg mit dem Handwerkspreis des Geldinstituts bedacht, über den sich auch der Kraftfahrzeugmechatroniker Stephan Obermeier aus Rotenburg und der Energie- und Gebäudetechnik-Elektroniker André Schütt aus Rotenburg – beide waren bereits im Januar freigesprochen worden – freuen konnten.

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Wie Stöcker unterstrich Sparkassenvorstandsvorsitzender Reinhard Faulstich, dass sich das deutsche duale Ausbildungssystem millionenfach bewährt habe. Die Sparkasse sehe sich als starker und verlässlicher Partner des ehrbaren Handwerks und gebe ihren Erfolg gerne in Form des Handwerkspreises zurück.

Die Grüße der Kreisgremien überbrachte Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz. Sie erzählte, dass sie – wie ihr Großvater – gerne Schreinerin geworden wäre. Leider habe sie das nicht gedurft. Den Bezug zum Handwerk habe sie jedoch nie verloren. Abschließend betonte sie: „Unser Landkreis braucht Sie, und er bietet Ihnen beste Voraussetzungen, als handwerklicher Dienstleister erfolgreich für andere Menschen da zu sein!“

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Freisprechung der Handwerksgesellen im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Auch Bebras Bürgermeister Uwe Hassl sparte nicht mit guten Worten. Er bezeichnete die im Umbau befindliche Eisenbahnerstadt als eine einzige Lehrbaustelle, und er bedankte sich ausdrücklich dafür, dass die Straßenbauer der Lehrbaustelle gepflasterte Wappen der Stadt Bebra und der Partnerstädte Friedrichroda und Knaresborough auf dem Platz vor dem neuen Einkaufszentrum „be!“ einbauen wollen. (zwea)

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