Haarprofi und Seelsorger

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Blick in den Spiegel: Seit 40 Jahren betreut Fritz Göbel seine Kunden – hier mit Sohn Michael – im „Salon Fille“.

Bei seinen Kunden und Freunden ist er ausschließlich als „Fille“ bekannt: Den Spitznamen seines Vaters Philipp bekam Frisörmeister Fritz Göbel bereits in jungen Jahren verpasst – und er trägt ihn voller Stolz bis heute.

Entsprechend benannte er auch sein Frisörgeschäft am südlichen Homberger Stadtmauer-Tor zwischen Untergasse und Wallstraße. Vor 40 Jahren, am 21. August 1970, eröffnete er dort seinen Salon Fille.

Salon mit 70er-Flair

Seither hält er an Grundsätzen fest: So kommt die Kundschaft seit vier Jahrzehnten ohne Terminabsprache in den kleinen Salon mit dem nostalgischen 70er-Jahre-Flair.

Und ebenso lange erfüllt der Profi an Kamm und Schere die Wünsche seiner fast ausschließlich männlichen Kunden im Alleingang.Durchgängig, ohne Pause und das wochentags ab acht Uhr, samstags sogar bereits eine Stunde früher.

Ganze Generationen kommen zu ihm

Obwohl er ursprünglich Metzger werden wollte, hat er die Entscheidung für das in den Familiengenen liegende Friseur-Handwerk nie bereut. Neben der Vielseitigkeit seiner Arbeit schätzt Göbel vor allem die Kontakte zu seiner Kundschaft. Ob es nun an seinem handwerklichen Können oder an der gemütlich-herzlichen Salon-Atmosphäre liegt: In haarigen Angelegenheiten hat er bereits manches Kind und manch jungen Burschen bis ins gereifte Erwachsenen- und Seniorenalter begleitet.

Vertrauen zu Fritz Göbel ist da

Nicht wenige seiner vielen langjährigen Kunden sind mittlerweile sogar weit in den achtziger und neunziger Lebensjahren. Ob mit oder (fast) ohne Haare, sie halten ihrem Fille die Treue – und das aus gutem Grund. Fingerspitzengefühl beweist der Frisörmeister nämlich nicht nur beim Haarschnitt, sondern auch im zwischenmenschlichen Umgang.

Vertrauen ihm Kunden zuweilen ihre ganz privaten Sorgen und Nöte an, ist eine kleine Seelsorge inklusive Verschwiegenheitsgarantie für den 68-Jährigen eine Selbstverständlichkeit. Das soll auch in Zukunft so bleiben, denn ein Ende seines 53-jährigen Arbeitslebens ist für Göbel noch nicht spruchreif. (zse)

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