Ein Händchen fürs Schöne

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Er versteht sein Handwerk wie kaum ein anderer seines Jahrgangs: Philipp Hastenpflug, frisch gebackener Raumausstattergeselle bei der Firma Muster & Sohn, tritt am kommenden Wochenende in Bremen beim Bundesentscheid im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks an.

Auf Innungs-, Kammer-, und Landesebene hat der 23-Jährige sich bereits durchgesetzt. Wenn er auch im Finale des praktischen Wettbewerbs ein gutes Händchen beweist, könnte der Kasseler Bundessieger der Raumausstatter werden.

„Ich werd’s probieren und mein Bestes geben“, sagt der junge Mann und wirkt dabei ganz gelassen. Bodenplatten verspannen, Formpolster erstellen, Gardinenleisten anschrauben und die Stoffe aufhängen – all das und mehr hat er in den vergangenen drei Jahren während seiner Ausbildung bei dem in dritter Generation betriebenen Familienunternehmen Muster & Sohn gelernt.

„Ich wollte was Handwerkliches machen. Als Raumausstatter hat man auch viel mit Gestaltung zu tun und verschiedenen Materialien – das hat mich gereizt“, erklärt Philipp Hastenpflug.

Sessel aus 50ern aufgemöbelt

Sein Können kommt längst auch im Freundeskreis gut an. Wenn es mal was zu tapezieren oder Teppich zu verlegen gibt, ist der Fachmann als Helfer gefragt. „Wenn ich später eine eigene Wohnung habe, kann ich meine handwerklichen Fähigkeiten auch noch gebrauchen“, sagt der Harleshäuser, der noch in seinem Elternhaus wohnt.

Sein Gesellenstück, einen Sessel aus den 50er-Jahren, den er mit italienischem Designerstoff bezogen hat, wird dann in den eigenen vier Wänden auch einen Ehrenplatz bekommen. „Da kann ich noch als Opa drinsitzen“, sagt Philipp Hastenpflug und grinst.

Mit gutem, vor allem auch exklusivem Geschmack kennt sich der 23-Jährige inzwischen von Berufs wegen aus. „Wir kommen ja in viele richtig noble Häuser mit teurer Einrichtung.“ Aber er habe auch kein Problem damit, „mich bei Kumpels in eine versiffte Bude zu hängen“.

Ein Auge fürs Schöne habe er durch seine Arbeit natürlich trotzdem entwickelt. Deshalb könnte sich der Raumausstatter, der vor allem im Außendienst und in der Werkstatt von Muster & Sohn an der Germaniastraße beschäftigt ist, auch vorstellen, später in der Kundenberatung einzusteigen. „Man muss ein Feingefühl für den Kunden entwickeln und rauskitzeln, was er will.“

Auch Großaufträge, bei denen ein Raumkonzept von Teppich über Möbel bis Gardinen entwickelt werden soll, findet Hastenpflug spannend.

Gespannt, wie der Geselle jetzt beim Bundeswettbewerb abschneiden wird, sind auch seine Arbeitgeber Karin und Frank Muster. „Wir haben während der Ausbildung schnell gemerkt, dass er sehr engagiert ist und seinen Beruf sehr gerne macht – das ist eine gute Voraussetzung.“ Die Chefs drücken Daumen. (Von Katja Rudolph)

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