Handwerk bringt die Ernte auf den Teller

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Bäckerkunst aus Deutschland: Weltweit ist das Deutsche Handwerk in aller Munde.

Am 2. Oktober ist Erntedankfest. Anerkennung verdienen dabei auch die zahlreichen Handwerker, die erst ermöglichen, dass die Gaben der Natur als gesunde und leckere Lebensmittel auf den Teller kommen.

So lassen die Fertigkeiten von Müllern, Bäckern, Fleischern, Konditoren, Brauern und vielen weitere Gewerken die Menschen in den Genuss erlesener Speisen und Getränke kommen.

Wenn die Landwirte Weizen, Roggen und Gerste im Herbst erfolgreich eingefahren haben, wird in Deutschland seit Jahrhunderten das Erntedankfest gefeiert. Die christlichen Feierlichkeiten, bei denen die Gemeinde Gott für eine gute Ernte dankt und lobt, werden nicht nur in den Kirchen zelebriert: In vielen Dörfern zwischen Flensburg und München stehen Tanzveranstaltungen, Umzüge und Märkte auf dem Programm – und viele reichhaltige Speisen auf dem Speiseplan. Dabei spielen Handwerker aus den unterschiedlichsten Gewerken eine unver-zichtbare Rolle. Bäcker etwa sorgen für frisches Brot, Weinküfer lassen in ihren Fässern den köstlichen Rebensaft heranreifen und Fleischer sorgen für leckere Wurstspezialitäten. Handwerksbetriebe legen mit ihren Leistungen dabei hohes Qualitäts- und Traditionsbewusstsein an den Tag und beweisen gleichzeitig durch den Einsatz neuer Verfahren sowie kreativer Ideen auch Modernität und Vielfalt – und das natürlich nicht nur zum Erntedankfest.

Für das Handwerk ist das ganze Jahr über Erntedank

Die Traditionsbäckerei Frischmuth aus dem baden-württembergischen Wertheim legt besonderen Wert auf gute Zutaten und hohe Qualitätsstandards bei der Zubereitung. Mit Erfolg: Gerd Frischmuth führt die Bäckerei bereits in der 13. Generation und versteht sein Handwerk so gut, dass er sein Fachwissen mittlerweile für Kempinski Hotels weltweit – beispielsweise in Dubai oder Peking – in Kursen weitergibt. Und ohne gutes Getreide lässt es sich aber weder in den Arabischen Emiraten noch in Wertheim gut backen. Bei den Zutaten ist der Bäckermeister darauf angewiesen, was die Natur hergibt. Der 52-jährige Bäckermeister ist deshalb jeden Tag dankbar für die Zutaten, die er in seinen Backwaren verarbeiten kann. „Wer ein leidenschaftlicher Bäcker ist, der freut sich das ganze Jahr über, dass man aus den Gaben der Natur Brot und Brötchen backen kann.“

Hausmannskost und „Bisonderes“

Kurz vor dem Erntedankfest beginnt für die Fleischerei Landhan die Schlachtsaison. Gerade deftige Hausmannskost wie Blut- und Leberwürste sind zu Beginn der kalten Jahreszeit besonders gefragt. Nicht nur in den 20 Filialen der Fleischerei sondern auch auf verschiedenen Herbstmärkten im Leipziger Land gibt es dann die Wurstspezialitäten aus dem Hause Landhan zu kaufen. Wem Rind und Schwein zu gewöhnlich sind, und wer zudem gerne cholesterinbewusst speist, für den gibt es etwas ganz „Bisonderes“: Salami, Brühwurst oder Hacksteak vom Bison. Rund 20 Tonnen davon verarbeitet die Fleischerei Landhan im Jahr. Das Fleisch wird alle zwei Wochen aus Kanada angeliefert. „Traditionelle Produkte haben bei uns einen hohen Stellenwert, gleichzeitig wollen wir uns aber am Markt hervorheben und sind daher immer offen für neue Ideen“, so Geschäftsführerin Dana Landgraf. So plant sie schon die nächste Sortimentserweiterung: Dieses Mal mit Fleisch von australischen Kängurus –viele Kunden könnten da vor Begeisterung einen Freudensprung machen.

Ist die Weinernte gut, hat der Küfer viel zu tun

Wenn die Rebstöcke im Herbst voller Trauben hängen, braucht der Winzer neue Holzfässer für die Lagerung. Da kommt Klaus-Michael Weisbrodt, Inhaber der Küferei Kurt Weisbrodt & Söhne, ins Spiel: Er produziert Fässer, in denen edle Tropfen reifen und ihren charakteristischen Geschmack entwickeln. Bei ihm wird noch alles selbst gemacht, angefangen vom Holzschnitt über die Lagerung der ein bis 2,8 Meter langen Scheite bis hin zum Fixieren der Fässer mit verzinktem Bandeisen. „Wir stellen riesige Lagerfässer genauso wie kleine Barriques her“, sagt der passionierte Küfer. „Natürlich reparieren wir auch alte Behälter, einige sind ja bereits seit 100 Jahren in Gebrauch.“ Und fast so lange gibt es auch schon das Fami-lienunternehmen, das seine Kunden mit Tradition und handwerklicher Qualitätsarbeit überzeugt und heute zu einem der größten Holzfasshersteller Deutschlands gehört.

Wenn in Deutschland das Erntedankfest gefeiert wird, dann dank Gottes Segen und handwerklichem Einsatz, denn erst dieser ermöglicht es, dass die Gaben der Natur als frische Lebensmittel auf dem Essenstisch landen und wir mit viel Genuss unseren Hunger stillen können. (www.handwerk.de)

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