Das Handwerk feiert die fünfte Jahreszeit

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Modistin: Susanne Wade stellt eine Narrenkappe her.

Bis Aschermittwoch herrscht in den Karnevalshochburgen wieder Ausnahmezustand – und Handwerker sorgen dafür, dass die fünfte Jahreszeit ausgiebig gefeiert werden kann.

Von Bäckern und Konditoren über Holzbildhauer bis zu Modisten, unterschiedlichste Gewerke sind an der Vorbereitung und Durchführung der Umzüge und Feiern maßgeblich beteiligt.

Anfang März steht Deutschland auch in diesem Jahr wieder Kopf. Die Narren sind los und stürmen die Rathäuser, es regnet Kamelle und Konfetti, überall wird gesungen, geschunkelt, gelacht. Und das Handwerk ist aus dem bunten Treiben nicht wegzudenken: Modisten gestalten ausgefallene Narrenkappen, Maß- und Änderungsschneider legen Hand an die Kostüme, Friseure und Kosmetiker vollenden die Maskerade. Goldschmiede fertigen extravagante Orden, Holzbildhauer schnitzen einzigartige Masken, Sattler nehmen sich Geschelle und Geißeln vor und Tischler, Maler, Kfz-Mechatroniker und Konstruktionsmechaniker kümmern sich um kreative sowie sichere Umzugswagen.

Kölner Karneval: Narrenkappen und Karnevalsorden

Susanne Wade leistet Maßarbeit für die tollen Tage. Die Kölner Modistin stellt maßgefertigte Narrenkappen her. „Vielen Leuten fehlt bei der Massenware einfach der Witz und die Individualität“, weiß Wade. Deshalb bietet sie exklusive Sonderanfertigungen an, wobei die Stückzahl von elf Kappen nie überschritten wird. Dem Einfallsreichtum und den Wünschen ihrer Kunden sind dabei keine Grenzen gesetzt. „Wenn ich die gewünschte Kappe nicht ohnehin schon im Laden habe, dann nehme ich Maß und fertige sie an.“ Für die Modistin ist klar, dass nur Handwerker vor Ort auf individuelle Kundenwünsche eingehen können. Ob Schweinchenhut, Leoparden- oder Lappenkappe, Susanne Wade findet mit ihren Kopfbedeckungen weit über Köln hinaus eine begeisterte Kundschaft. So hat sie bereits Kappen nach Frankreich verschickt – und selbst einen Kunden aus Düsseldorf konnte sie dieses Jahr gewinnen.

Auch der Handwerksnachwuchs beweist im Rahmen der jecken Zeit sein Können. Jedes Jahr aufs Neue fertigen Kölner Junggoldschmiede anlässlich des Ordenswettbewerbs „Fest in Gold“ in der Handwerkskammer ausgefallene Karnevalsorden. Unter dem diesjährigen Karnevals-Motto „Köln hat was zu beaten“ – das an die bunten 60er und 70er-Jahre erinnert und die „kölsche“ Musikszene würdigt – sind kuriose Orden entstanden, die Musikinstrumente mit Kölner Sehenswürdigkeiten kombinieren.

Fasnet: von Teufeln und Fratzen

In der schwäbisch-alemannischen Fasnet spielt das Handwerk ebenfalls eine wichtige Rolle. So fertigen Maßschneider die fantasievollen Narrenkleider, während Holzbildhauer die als „Larven“ oder „Schemen“ bekannten Holzmasken in kunstvoller Detailarbeit schnitzen. So auch der Holzbildhauermeister Adrian Burger aus Elzach, der Masken für insgesamt 60 Narrenzünfte aus Baden-Württemberg und für Liebhaber aus aller Welt schnitzt und gestaltet. Anfragen aus Japan oder den USA sind keine Seltenheit, denn die Masken von Burger sind kleine Kunstwerke. Egal ob Teufel, Langnase oder Fratze, jede Maske ist ein Unikat, das genau an ihren Träger angepasst wird. Viel Kreativität und handwerkliches Fingerspitzengefühl ist gefragt, um die individuellen Wünsche der Kunden umzusetzen und die unterschiedlichen Gesichtsausdrücke der Masken zu gestalten.

Zuckersüßes und Herzhaftes vom Handwerk

Und was wäre die fünfte Jahreszeit ohne all die Köstlichkeiten der Lebensmittelhandwerke? Bäcker und Konditoren stellen Krapfen, Vanillekrüstchen, Mutzenmandeln und viele weitere süße Versuchungen her. Brauer und Mälzer sorgen dafür, dass für alle durstigen Kehlen immer Nachschub an Bier besteht. Und mit herzhaften Speisen wie Blut- und Mettwurst oder Frikadellen vom Fleischer sind die Karnevalisten gut für die feucht-fröhlichen Nächte gerüstet. (www.handwerk.de)

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